Der Local

Auf Typen wie ihn trifft man an Stränden überall auf der Welt. Als Locals bezeichnet man einheimische Surfer, die seit Urzeiten an einer Stelle surfen und sich gegenüber Neulingen nicht unbedingt sozialverträglich benehmen. Auch die Gesichter der Münchner Locals sind an manchen Tagen finsterer als verkohlter Wald. Dahinter steckt keine pure Boshaftigkeit.

Der Eisbach spielt eine zentrale Rolle im Leben der Locals und sie wollen nicht, dass er zerstört wird. Weder durch den Unfall eines Anfängers, noch durch Lifestyle-Nachahmer, die surfen, weil sie mit einem Brett unterm Arm rumlaufen möchten. Genauso wie die Steinklötze im Bachbett, ist ihr ruppiger Charme gewöhnungsbedürftig. Eine gewisse Akzeptanz kann man sich aber durch Hartnäckigkeit erarbeiten. Und wer 30 Jahre auf dem Brett steht, bekommt sogar einen Ehren-Sticker von ihnen, also eine Art Seepferdchen für Surf-Senioren.

Typischer Satz: "Verschwinde!"

Das macht er danach: Chill-Camp auf der Wiese aufschlagen. Außer bei Starkregen, Gewitter oder Schneefall, da zieht man um in die Goldene Bar.

Bild: dpa 26. August 2016, 18:362016-08-26 18:36:51 © SZ vom 27.08.16/bhi