Endlich: Wechsel im Kulturreferat:Nun ist er da, der Neue

In der Stadtverwaltung trug die Kulturbehörde schon seit einiger Zeit den Spitznamen "Ministery of Fear", weil der Umgang der Referentin mit ihrem Personal nicht sehr motivierend gewesen sein soll. Hartl hatte das Referat von Anfang an wie einen Lehrstuhl führen wollen, an dem man seine Assistenten nach Belieben feuern kann, und schließlich eine Organisationsreform durchgeboxt, seit der in der Münchner Szene kaum noch jemand weiß, wer eigentlich zuständig ist für sein Anliegen.

Dabei konnte Hartl durchaus gewinnend sein im persönlichen Umgang, und bei ihrem Amtsantritt im Juli 2001 erwartete man sich beinahe Wunderdinge von ihr. In der politischen Praxis aber versagte die parteilose, intelligente und hochgebildete Akademikerin fast komplett.

Nicht nur, dass sie sich schon nach einem Jahr im Amt heimlich um eine Professur für Medienkunst in Linz bewarb und erst einmal ziemlich herumeierte, als diese Tatsache durch die SZ bekannt wurde.

Auch ihre Amtsführung war zeitweise desaströs: Mal ließ sie Millionenbeträge für die Kunst im öffentlichen Raum verfallen, dann schlug sie die Schließung von bis zu neun der 26 Münchner Stadtteilbibliotheken vor, was nur durch ein Bürgerbegehren und ein Gegenkonzept aus den Reihen des Stadtrats verhindert werden konnte.

Mit ihrem Vorschlag, mitten in den gröbsten Sparzeiten ein neues und teures Medienkunstlabor einzurichten, erlitt sie ebenso Schiffbruch wie mit wiederholten Versuchen, ihr unliebsame Personen an der Spitze von Festivals oder städtischen Kultureinrichtungen loszuwerden.

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