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Empörte Parteikollegen:CSU-Mitglieder fühlen sich belogen

Das eiserne Schweigen der Angeklagten im Prozess vor dem Amtsgericht habe sie an "mafiöse Strukturen" erinnert: "Mir war klar, dass es andere gegeben haben muss, die ihnen nicht untergeordnet waren".

In diesem Zusammenhang fiel des öfteren der Name des CSU-Landtagsabgeordneten Joachim Haedke, der in die Affäre verstrickt ist und dessen Parteiausschlussverfahren Ende April ansteht. Auch Richterin Petra Axhausen, deren Urteile gegen die Beklagten rechtskräftig wurden, weil diese die Berufung zurückzogen, sagte vor dem Ausschuss, sie habe den Eindruck gehabt, die Angeklagten seien "von Politikern abhängig gewesen" und hätten deshalb geschwiegen.

Hohlmeier-Vertrauter Niklas in Bedrängnis

Aber nicht nur Hohlmeier und Haedke, sondern auch ihrem Vertrauten Curt Niklas, der am Mittwoch erneut zum Kreischef in Giesing-Harlaching-Sendling gewählt wurde, droht nun Ungemach. Der Zeuge Junker hatte stets behauptet, Niklas habe ihm 2500 Euro für den Mitgliederkauf überreicht. Dieser zeigte ihn daraufhin bei der Staatsanwaltschaft an. Die Ermittler stellten das Verfahren aber ein, weil sie Junker mehr glauben als Niklas. Bevor die Münchner CSU nun gegen Niklas einschreitet, soll erst einmal sein Auftritt als Zeuge im Ausschuss abgewartet werden. Für Donnerstag sind vorerst die fünf vom Amtsgericht Verurteilten geladen.