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München:Nach Greenpeace-Aktion: Zweiter Verletzter aus Klinik entlassen

Der Greenpeace-Aktivist geriet beim Landeanflug fast in die Zuschauerränge.

(Foto: AP)

Die beiden Männer waren beim Landeanflug des Motorschirm-Piloten im Stadion am Kopf verletzt worden. Die Polizei bestätigte nun, dass es einen Hinweis der Umweltorganisation auf die Aktion gegeben habe.

Nach der riskanten Protestaktion von Greenpeace vor dem ersten EM-Spiel der deutschen Fußball-Nationalelf sind inzwischen beide dabei verletzten Männer wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Polizeipräsidium München am Freitag mit.

Ein 38 Jahre alter Mann aus Pforzheim in Baden-Württemberg war kurz vor dem Anpfiff des Spiels zwischen Deutschland und Frankreich (0:1) am Dienstagabend auf dem Platz der Münchner Arena notgelandet. Beim Landeanflug waren zwei 36 und 42 Jahre alte Männer am Kopf verletzt worden.

Die Polizei bestätigte außerdem, dass es einen Hinweis der Umweltorganisation auf die Aktion gegeben habe - allerdings erst, als der Pilot schon im Landeanflug gewesen sei.

Ein Greenpeace-Sprecher hatte am Tag nach der Protestaktion angegeben, Polizeibeamten innerhalb und außerhalb des Stadions sei Bescheid gegeben worden. Ein Münchner Polizeisprecher hatte dies zunächst nicht bestätigt und gesagt, darüber habe seine Behörde keine Informationen.

"Wie inzwischen anhand erfolgter Mitteilungen von Einsatzkräften des 15.06.2021 nachvollzogen werden konnte, erging nahezu zeitgleich zum eigentlichen Ereignis von einer Person ein Hinweis auf die Aktion", hieß es in der Polizeimitteilung vom Freitag nun. "Noch bevor diese Information über Funk weiter übermittelt werden konnte, erfolgte bereits die Landung des Piloten im Fußballstadion."

Bei der Aktion hatten nicht nur die verletzten Männern, sondern wohl auch der Pilot selbst großes Glück. "Wenn die Polizei zur Einschätzung gelangt wäre, dass es sich um einen Terroranschlag handelt, hätte er das mit dem Leben bezahlen müssen", hatte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch gesagt. "Die eingesetzten Scharfschützen hatten ihn bereits im Visier."

Greenpeace hatte sich am Donnerstag eigenen Angaben zufolge um Kontaktaufnahme mit den Verletzten bemüht. "Wir möchten unbedingt mit den zwei Männern sprechen und uns persönlich entschuldigen", sagte Greenpeace-Sprecherin Simone Miller. Seit Dienstagnacht habe es deswegen zahlreiche Telefonate gegeben. "Zig Anrufe bei Polizei und Behörden". Unklar ist, ob die Umweltorganisation damit inzwischen Erfolg hatte.

© SZ.de/dpa/infu, van
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