Serbien ist ein Land, in dem Fußball und Politik noch schwerer zu trennen sind als anderswo. Als zum Beispiel 2021 der Anführer des Fanclubs von Partizan Belgrad wegen mehrfachen Mordes, Waffenbesitzes und Drogenhandels angeklagt war, sagte er Berichten zufolge vor Gericht, er habe „staatlichen Interessen“ gedient. Unter anderem habe er immer wieder Pro-Regierungs-Proteste organisiert. Auch wenn die Regierung das dann routinemäßig zurückwies: Es ist alles andere als ein neues Muster.
EM-Spiel Serbien gegen SlowenienWelche Rolle Hooligans in Serbien spielen
Lesezeit: 2 Min.

Schon in den 1980er-Jahren begann der jugoslawische Geheimdienst, gewaltbereite Fußballanhänger für seine Zwecke einzuspannen. Sie beteiligten sich in Kriegen, zündeten einst die US-Botschaft an – und sind bis heute „ein Instrument der Politik“.
Von Tobias Zick
