Süddeutsche Zeitung

EM 2020:Wie Volunteers an kostenlose Tickets kommen

Stadt und Uefa suchen Freiwillige für die vier Münchner Spiele der Fußball-EM 2020 - doch nicht jeder, der sich meldet, kommt auch ins Stadion.

Mehr als 50 000 Freiwillige haben sich beworben, als die Fifa vor ziemliche genau 13 Jahren "lachende Gesichter" für die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland suchte. Unter dem Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" empfingen sie in hellblauen T-Shirts Besucher, zeigten Fans den richtigen Weg, halfen beim Übersetzen und übernahmen die Einlasskontrollen im Stadion in Fröttmaning, wo der Allianz-Schriftzug für die Dauer der Spiele abmontiert worden war. Das beste an der Tätigkeit aber war, und das erzählen die Volunteers heute noch gerne: Wer sich nur einigermaßen klug anstellte, könnte alle Spiele am jeweiligen Einsatzort ganz kostenlos live verfolgen.

Ganz so viel Zulauf wird es jetzt wohl nicht geben. Zwar stehen wieder länderübergreifende Wettkämpfe an, statt zwölf deutschen Spielorten wie bei der WM 2006 wird es im kommenden Jahr zum 60-jährigen Bestehen der Fußball-Europameisterschaft aber nur einen geben: Das Turnier findet in zwölf europäischen Städten statt und macht für vier Begegnungen Halt in München.

Wer bei der Europameisterschaft dabei sein will ohne teure Tickets zu kaufen, für den gibt es nun die Möglichkeit: 1450 Helfer werden gesucht, die die Fußball-EM in der Landeshauptstadt unvergesslich machen sollen. "Werdet ein Teil davon, wenn es darum geht, unsere wunderschöne Stadt den Gästen aus Europa und der ganzen Welt zu präsentieren", wirbt München. Bewerber müssen mindestens 18 Jahre alt sein, von 12. Juni bis 12. Juli 2020 nichts anderes vor haben sowie die deutsche und englische Sprache beherrschen. Im Vorteil ist, wer schon mal Volunteer war. Und in München auskennen sollten sich die Kandidaten auch, damit sie den Gästen etwa erklären können, warum ein Picknick an der Isar so schön ist, wie die Stadt schreibt (Infos unter www.muenchen.de/uefaeuro2020/volunteers).

Dafür bekommen die Freiwilligen eine komplette Ausstattung eines deutschen Sportartikelherstellers, eine kostenlose Fahrkarte für den Nahverkehr und Verpflegung während der Schichten. Doch aufgepasst, Helfer ist nicht gleich Helfer. Nur 1000 Freiwillige, genannt Uefa-Volunteers, werden tatsächlich auch rund um das Fußballstadion eingesetzt, die anderen 450 mit dem Namen München Volunteers kümmern sich im gesamten Stadtgebiet um die Fans.

Wer die Spiele garantiert nicht verpassen will, sollte sich daher vielleicht doch lieber um Karten bewerben. Ähnlich wie die Fifa 2006 hat sich die Uefa ein ziemlich umfangreiches Bewerbungsverfahren ausgedacht. Die erste Phase läuft bis zum 12. Juli, die Hälfte der insgesamt 1,5 Millionen Tickets will der europäische Fußballverband dabei unters Volk bringen. Karten können im Internet über de.uefa.com/uefaeuro-2020/ticketing bezogen werden. Da die Partien erst am 30. November ausgelost werden, weiß man allerdings nur, wo man ein Spiel sehen wird, nicht aber welches. Stehen die Gruppen fest, gibt es eine zweite Bewerbungsphase. Aber auch hier wartet ein Haken: Denn es sind nur offizielle Fans der Landesverbände zugelassen, die sogenannte "Follow my Team"-Tickets kaufen wollen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 14 Tage kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.4488090
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 17.06.2019/smb
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.