Im Grunde muss man sich nicht fragen, warum Elyas M’Barek zurückkommt. Wenn der 43-jährige Schauspieler, der mutmaßlich noch immer der bekannteste und gefragteste Darsteller des Landes ist, davon erzählt, wie die Zeit war in New York, und vor allem das Arbeiten, dann muss man sich eher fragen: Warum ist er da überhaupt hingegangen? Wobei er auf beide Fragen Antworten gibt.
Zunächst einmal ist es ja ein beliebter Reflex von einheimischen Vertretern der Darsteller-Branche, in einer Phase, in der sie einen vielleicht nur noch schwer zu übertreffenden Bekanntheit-Peak in Deutschland erreicht haben, in die USA zu gehen und es dort zu versuchen. In der Champions League des Films. Manche schaffen es da, viele nicht, die Beispiele sind so zahlreich wie prominent mit etwa Veronica Ferres oder Til Schweiger. Elyas M’Barek ging es aber nicht um einen filmischen Aufstieg, er sagt am Telefon, es sei „schon immer ein Traum von mir gewesen, einmal in New York zu leben“. Und als 2022 die Entscheidung fiel, nach Amerika zu gehen, habe natürlich auch eine Rolle gespielt, dass seine Frau Amerikanerin sei. Jessica Riso, die M’Barek im selben Jahr heiratete, arbeitet als Model und Schauspielerin. Sie freue sich jetzt auch auf Deutschland, sagt M’Barek. „Sie hat sich vorgenommen, endlich Deutsch zu lernen.“
Was das Leben der beiden Städte für jemanden wie M’Barek fundamental unterscheidet, ist die Tatsache, dass der 43-Jährige sich in New York unerkannt bewegen konnte, in München aber jahrelang alle paar Meter für ein Selfie angehalten wurde. Damit ist die erste Frage beantwortet, warum der Schauspieler nach New York gezogen ist. Nach Brooklyn respektive dahin, „wo andere die Bilder machen“, wie er gerade erst wieder gesagt hat in einem der Boulevard-Texte, die seine Rückkehr feiern. Bilder von der Brücke, nicht von ihm.
Die andere Frage, warum er da überhaupt hingegangen ist, stellt sich umso drängender, wenn M’Barek am Telefon von seinem Berufsalltag der vergangenen drei Jahre berichtet, etwa mit dem Satz: „Es ist halt schwierig, für jede Kostümprobe ins Flugzeug zu steigen.“ Leben in Amerika, drehen in Deutschland, das geht so gut zusammen wie M’Barek und nicht kreischende Teenager. „Es war am Ende einfach zu krass zum Arbeiten“, sagt M’Barek. „Ich war dauernd gejetlagt, dauernd im Flugzeug“, und dann komme noch ein weiterer Aspekt hinzu, den man von Filmstars seiner Kategorie sonst nicht hört: die Kosten. Flugkosten zum einen. Aber auch die Lebenshaltungskosten. „Es ist dort einfach sehr teuer.“ Gut, da ist München vielleicht nicht unbedingt die beste Alternative, aber bislang nur im deutschen Städtevergleich sehr teuer.
Beim Telefonat am Montagabend ist M’Barek gerade zurück von einer Wohnungsbesichtigung in seiner Geburtsstadt, wobei nun wieder wichtig ist, dass niemand erfährt, wo diese Wohnung sein wird. „Die Wohnung in New York ist schon verkauft“, sagt er noch, es wird also eher schnell gehen mit dem Umzug. Derzeit ist M’Barek mit der Fortsetzung von „Das perfekte Geheimnis“ beschäftigt namens „Der perfekte Urlaub“.
Elyas M’Barek klingt am Telefon erleichtert. „Es war einfach alles dann doch zu kompliziert.“ Jetzt freue er sich in München „auf die Ruhe, die Sauberkeit, die Leute, die Berge, die Isar, die Biergärten, das Skifahren und auf Italien“, eine Aufzählung, die als vorbildlich für ambitionierte Vorzeigemünchner durchgeht. Allein bei seinem derzeitigen Besuch spüre er, wie herzlich die Münchner seien, „hier ist ein richtig guter Vibe“, eine richtig gute Stimmung. „Ich habe jetzt gemerkt: München ist eben doch einfach die tollste Stadt.“

