Eissportzentrum im Olympiapark Poker vor dem ersten Puck

Wo spielen nach 2018 die Bayern-Basketballer? Klar ist, dass der Vize-Meister gerne eine größere Halle hätte.

(Foto: Getty)
  • Die Verhandlungen zwischen Red Bull und FC Bayern um den Bau des neuen Eissportzentrums, in dem auch die FC Bayern-Basketballer spielen sollen, sind ins Stocken geraten.
  • Nach SZ-Informationen geht es um die Konditionen des Mietvertrags sowie Überschneidungen bei den Belegungszeiten.
  • Das neue Eissportzentrum soll an der Stelle des ehemaligen Radstadions im Olympiapark entstehen. Baubeginn soll im Dezember sein.
Von Johannes Schnitzler und Ralf Tögel

Sportbürgermeisterin Christine Strobl (SPD) wird an diesem Dienstag, 15 Uhr, wieder einmal etwaige Untiefen ausloten. Auf der Tagesordnung des Aufsichtsrats der Olympiapark München GmbH (OMG), dem Strobl vorsitzt, steht dann unter anderem das neue Eissportzentrum, das an der Stelle des ehemaligen Radstadions entstehen soll. Baubeginn soll im Dezember sein. Rund 10 000 Zuschauer soll es fassen und Platz bieten für das Eishockey-Team von Red Bull, die FC Bayern-Basketballer sowie den Breitensport.

Doch noch ehe die Ausschreibung erfolgt ist, sind offenbar die Verhandlungen zwischen dem Getränkehersteller Red Bull, der den Komplex errichten will, und dem FC Bayern ins Stocken geraten. Nach SZ-Informationen geht es um die Konditionen des Mietvertrags sowie Überschneidungen bei den Belegungszeiten. Die geplante Eröffnung der neuen Arena zur Saison 2018/19 sei definitiv nicht mehr zu halten, heißt es aus dem Rathaus. Das hat auch Konsequenzen für ein anderes Münchner Großprojekt: Ein neuer Konzertsaal kann im Olympiapark erst entstehen, wenn das neue Eissportzentrum steht und das alte abgerissen ist.

Größe, Bedarf und Belegungszeiten müssen geklärt werden

Bürgermeisterin Christine Strobl will den Aufsichtsrat auf "den aktuellen Stand" bringen. Wichtigste Punkte sind dabei die genaue Größe der Arena sowie der Bedarf der Stadt an Belegungszeiten. Der Flächenbedarf ist Grundlage für die Berechnungen zur Erbpacht, denn nach diesem Modell würde die Stadt dem Getränkeriesen das Areal überlassen. Um Trainingszeiten für den Breitensport anbieten zu können, würde die Stadt dann bei Red Bull als Mieter in ein fremdes Haus auf ihrem Grund einziehen. "Wir haben die Hausaufgaben gemacht", sagt Strobl.

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Für die Bayern-Basketballer bleiben drei Optionen: Entweder sie bleiben im Audi-Dome, vormals Rudi-Sedlmayer-Halle. Oder sie gehen in die neue Red-Bull-Arena. Eine dritte Variante: Sie nutzen die Sedlmayer-Halle zum Training und tragen ihre Spiele in der neuen Halle im Olympiapark aus. Diese Lösung wäre die eleganteste, aber auch teuerste für den FC Bayern.

Für die Red-Bull-Arena spricht die größere Zuschauerkapazität

Ein Verbleib im Audi-Dome wäre dagegen am einfachsten - denkbar wäre sogar, die Kapazität der Halle um 1000 Plätze zu erhöhen. Für einen Umzug in die neue Red-Bull-Arena spricht aber die größere Zuschauerkapazität, die den Ambitionen des entthronten Meisters entspricht. Zu erwarten sind aber Terminkollisionen, denn die Basketball-Euroleague tendiert zu Freitag als Spieltag, an dem traditionell auch Eishockey gespielt wird. Und man müsste sich bei den Mietkonditionen annähern.

Dem Vernehmen nach sind der FC Bayern und Red Bull darüber aber noch uneinig. Aus dessen Zentrale im österreichische Fuschl am See kommt dazu die Standardantwort: "Zu zukünftigen Projekten werden wir uns nicht äußern." Stadt und OMG sollten zunächst ihre Ziele formulieren, man warte die Ausschreibung ab, heißt es.

Zur Not könnte Red Bull immer noch mit dem Rückzug von dem Projekt drohen. Das wäre so ziemlich das Letzte, was die Stadt will oder sich leisten könnte. Letztlich, sagt Christine Strobl, gebe es doch viele gleich gelagerte Interessen. So ist zu erwarten, dass die neue Halle gebaut und das alte Olympia-Eissportzentrum abgerissen wird. Strobls Bürgermeister-Kollege Josef Schmid (CSU) glaubt denn auch an den Neubau eines Konzertsaals an dieser Stelle, den er heftig propagiert. Nur auf ein Datum will er sich vorsichtshalber nicht mehr festlegen.