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Einrichtung:Das Schaufenster-Prinzip

Eva Ewald schätzt Originale, keine Vintage-Nachbauten.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Antike Möbel will man sehen und anfassen, sagt Thilo Scholze

Wer im Internet nach Münchner Geschäften für antikes Mobiliar und Dekor sucht, der wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch den Laden von Eva Ewald und ihrem Mann Thilo Scholze finden. Die Website haben die beiden erst vor zwei Monaten runderneuert. Modern designt, einladend aufgemacht. Mannshohe Stehlampen, zu Bänken und Hockern umfunktionierte Turnböcke, aufpolierte Hobelbänke, all das findet man auf der Seite. Auch bei Facebook und Instagram präsentieren sie ihr Sortiment mittlerweile. Nur zu kaufen ist es im Internet nicht.

"Wenn einer was haben will, dann muss er schon persönlich kommen", sagt Ewald. Das Schaufenster-Prinzip, nur eben digital. "Gerade junge Leute suchen heute viel häufiger im Netz, als dass sie durch die Stadt schlendern." Deshalb wollen sie die Kundschaft nun eben so in ihr Geschäft an der Theresienstraße 42 locken. Seit neun Jahren betreiben sie es hier, Scholze handelt schon fast seit 30 Jahren mit antiken Möbeln. "Keine Biedermeierkommoden", betont er. Alt, aber nicht altbacken. Mittlerweile liegt das im Trend, denn der geht zum "Used Look" oder "Shabby Chic". Im Internet seien die Möbel und Dekorationsartikel aber oft nur auf alt getrimmt und gar nicht wirklich antik, sagt Scholze. Er ist überzeugt: "Es wird immer Leute geben, die das Original schätzen, nicht den Vintage-Nachbau."

Seine Kunden wollten die Möbel sehen und anfassen, bevor sie kauften. Das geht im Netz nun einmal nicht. "Natürlich nutzen wir die Vorteile des Internets. Aber wir werden unser Geschäft nie auf den reinen Onlinehandel verlagern", sagt Scholze. Selbst wenn sie es wollten, es wäre zu aufwendig. Die Pflege eines Onlineshops, verpacken, versenden, die zusätzliche Buchhaltung - für die beiden allein wäre das zeitlich nicht zu stemmen. Ohne eigenen Internethandel hat Scholze stattdessen Zeit, nach Frankreich, Italien oder in die USA zu reisen und dort Messen für Antiquitäten zu besuchen. Damit auch das nächste Stück etwas Ausgefallenes ist.

© SZ vom 18.10.2018 / chrk
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