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Einführung eines verbilligten Semestertickets:Wider den Solidaritätsgedanken

Die Gegner kritisieren vor allem den Solidaritätsgedanken. Sie schreiben auf ihrer Facebook-Seite, dass Studenten, die nicht mehr bei den Eltern im Vorort wohnen, sondern in der Innenstadt, mit dem Semesterticket häufig draufzahlen würden. Schließlich hätten sie teure Mieten zu finanzieren und kämen zudem oft mit dem Fahrrad statt mit U- oder S-Bahn zur Uni.

Viele Studenten die in der Münchner Innenstadt wohnen, nutzen ihr Fahrrad, um in die Uni zu kommen. Ein Semesterticket wäre nur eine zusätzliche Belastung für sie.

(Foto: Stephan Rumpf)

"Das Semesterticket ist weder eine Umverteilung von stark nach schwach, wie bei Sozialabgaben, noch von schlecht nach gut, wie bei Umweltsubventionen, sondern von MVG-Wenignutzern zu MVG-Vielnutzern - ohne jede Not", kritisiert Andreas Ditler, Student der Elektrotechnik an der TU. Er ist Mitinitiator der Gruppe "Zahl dein Ticket selbst". Auch Bschorer räumt ein, dass das Ticket nicht für alle Studierenden eine finanzielle Entlastung brächte: "Es gibt Argumente gegen das Ticket, und ich kann es verstehen, dass Leute, die nie den MVV nutzen, das nicht zahlen wollen."

Sollte die Abstimmung Ende November positiv ausfallen, wird das Ticket - so die derzeitige Planung - zunächst zwei Jahre auf Probe eingeführt. Denn nur wenn sich mehr als 62 Prozent der Münchner Studenten für das Aufpreisticket entscheiden, macht die MVG keine Verluste, so zumindest die bisherige Berechnung. Die Stadt München soll daher auf Antrag der SPD zusichern, dass die Kosten in den ersten beiden Jahren ausgeglichen werden.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass an allen drei Unis eine klare Mehrheit für das Ticket stimmen wird", sagt Bschorer. Dafür spricht derzeit, dass die Pro-Seite bei Facebook wesentlich mehr Unterstützer hat als die Gegner. "Die vergangene Abstimmung zeigte deutlich, dass die Mehrheit nicht immer hinter den Lautesten steht", kontert sein Widersacher Andreas Ditler.