Dank des sauberen Wassers konnten Krankheiten rasch zurückgedrängt werden, die Einwohnerzahl verdoppelte sich bis 1901 auf 500 000. "Mit der Trinkwasserversorgung wurde ein Meilenstein gelegt, dass sich München entwickeln konnte", sagt Rainer List, Leiter der Wassergewinnung bei der Münchner Stadtwerken. Damit es genug Wasser für die wachsende Stadt gab, wurden in den darauffolgenden Jahren die Gotzinger Hangquellen erschlossen und die Grundwasserfassung Reisach gebaut.

Die Hangquellen sind eiförmige Stollen, die horizontal in den Berg getrieben sind; nur 1,70 Meter messen sie an ihrer höchsten Stelle. Sie treffen auf einen Querstollen, der mit Schlitzen versehen ist. Durch diesen fließt das konstant acht bis neun Grad warme Grundwasser ab. Es sieht wunderbar klar aus, auch wegen der blauen Fliesen, die im Eingang des Stollens verlegt worden sind. Darunter ist ein Gemisch aus Quarzsand und Beton, ein feines Sieb hält Sand ab, ehe sich das Wasser auf den Weg in die Stadt macht.

Bild: Florian Peljak 12. Oktober 2017, 13:072017-10-12 13:07:58 © SZ vom 09.10.2017/vewo