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Boxtraining mit Charles Schumann:Die Nacht wird dunkel werden

Der Chef kocht selbst: Charles im Schumann's.

(Foto: Stephan Rumpf)

Schwer zu sagen, was es ist, was da im Ring in der Luft liegt. Wir sehen etwas erst dann, wenn es zu spät ist, wenn es zur Tatsache geworden ist. Und beim Boxen ist ein Treffer eine Tatsache, und ein Treffer kann einen Kampf entscheiden, was auch eine Tatsache ist. Ich habe ihn nicht kommen sehen, wird der Besiegte seinem Trainer sagen. Und der wird die Augen, die versagt haben, mit einem Eisbeutel kühlen.

Er hat dich erwischt, ja. Er hat jetzt mehr Angst vor den Stunden, die kommen werden, als vor jedem Gegner, gegen den er je geboxt hat. Die Nacht wird, auch in den Armen einer Frau, dunkler werden. Er wird an den Schlag denken. Er wird Dinge sagen, die er selbst nicht versteht. Aber bei Gott, ich schwöre, der Tod ist schön, er hat ein Fell, ein tiefschwarzes Fell. Wir haben uns Geschichten wie diese wieder und wieder erzählt. Damals gab es das Schumann's noch nicht. Charles war, als Angestellter in Harry's New York Bar, einfach nur der beste Barkeeper der Stadt.

Auch wenn wir, was die Kunst des Boxens betrifft, kleine Lehrlinge geblieben sind, wissen wir heute besser, wovon wir reden, wenn wir vom Boxen reden. Bis heute reden wir über nichts lieber.

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