Bar & Club "Edmoses":Wo sich Surfer und Juristen gute Nacht sagen

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Erst ein Drink unter Palmen, dann die Tanzfläche stürmen: Das Edmoses ist eine Mischung aus Outdoor-Lounge und Club.

Dagmar Bartosch

Etwas abgelegen ist die Adresse, aber dafür exklusiv: Gleich gegenüber vom Haus der Kunst und damit mit direktem Blickkontakt zum P1 liegt das Edmoses, eine "Eckkneipe" der etwas anderen Art. Durch die großen Fenster kann man schon von der Straße aus sehen - und auch hören -, dass hier das Szenevolk den Abend einläutet: Im Eck steht lässig der DJ. House-Musik wummert auf die Straße. Das Dekoelement über der Bar spendet diffuses grünweißes Licht.

Und dann ist da noch die rote Samtkordel, die den Eingang um die Ecke verhängt und vor der sich ab 23 Uhr immer mal wieder eine kurze Schlange bildet. Das liegt aber nicht an einer besonders strengen Türpolitik, sondern daran, dass um kurz vor Mitternacht Platzmangel herrscht. Die Betreiber wollen ausdrücklich ein gemischtes Publikum - "vom Eisbachsurfer bis zum Juristen", wie Mitbegründer Niels Jäger sagt.

Die Nähe zum P1 schlägt bei den Gästen trotzdem durch. Für Mädels ist das Lederjäckchen fast Pflicht, Turnschuhe trägt hier keine bis auf die Barkeeperin, stattdessen stöckeln Stiefel und Highheels über den Boden. Unter den Männern ist der eine oder andere Flip-Flop-Träger, aber auch marineblaue Jacketts mit Goldknöpfen und Emblemaufnäher sieht man. Das Publikum wirkt etwas älter, etwas gestyler, etwas geldiger als zum Beispiel in den Trendkneipen im Glockenbachviertel.

Vor dreieinhalb Jahren gründete Niels Jäger mit drei Freunden das Edmoses. Bei der Namensgebung ließen sich die sportbegeisterten Hobbygastronomen von dem amerikanischen Hürdenläufer Edwin Moses inspirieren. In den siebziger und achtziger Jahren blieb dieser in 122 Rennen in Folge ungeschlagen - viele davon lief er mit überdimensionaler Sonnenbrille und reichlich Kettenschmuck. Erfolg und Stilbewusstsein, das sollte auch das Edmoses ausstrahlen.

Draußen chillen, drinnen zappeln

Ein absolutes Highlight der Bar - natürlich besonders im nahenden Sommer - ist die Terrasse. So schlicht die Deko in der Bar ist, so gemütlich ist sie im Außenbereich. Rotes stimmungsvolles Licht, eine große Sitzfläche in der Mitte mit vielen Kissen darauf und Holztischen darum, ein paar Biertischgarnituren unter Palmwedeln und - für den Ernstfall - Heizstrahler. Hier lässt sich in südländischem Ambiente der eine oder andere Cocktail genießen, auch weil es nicht so laut ist wie im Inneren der Bar.

Dort füllt sich zu späterer Stunde die kleine Tanzfläche - ein Schlauch zwischen dem niedrigen Bartresen und den roten Ledersofas an der Fensterwand. Was die Musik betrifft, kann man im Edmoses immer überrascht werden. Die DJs wechseln und sind meist Freunde der Barbesitzer. So ist das Edmoses nicht nur eine Bar, sondern auch ein bisschen Club im gläsernen Schaukasten. Lobenswert ist da, dass es keinen Eintritt kostet. Die Getränkepreise sind allerdings auf gehobenem Niveau. Es gibt Tegernseer in putzigen 0,33-Literflaschen - in München zum Ärger vieler auf dem Vormarsch - für 3,50 Euro, Cocktails kosten in der Regel 9 Euro. Am beliebtesten sind bei den weiblichen Gästen aber das italienische Trendgetränk Aperol Sprizz und Prosecco im Gläschen.

Edmoses, Prinzregentenstr. 2, 80538 München.Geöffnet Donnerstag bis Samstag, 20 bis 3 Uhr. Aktuelle Infos unter www.edmosesbar.com

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