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Zwischen Moosach und Glonn:Vorfahrt für Radler

Abschluss Stadtradeln

Zum Abschluss des Stadtradelns 2019 gehörte die Strecke ganz den Radlern. Nach der Vorstellung von Grünen, SPD, ÖDP und Linken sollte das in Zukunft immer so sein.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Drei Fraktionen fordern Verkehrsversuch im Landkreissüden

Die Idee ist nicht neu, bereits seit 2018 wird in diversen Arbeitskreisen und auch Kreisgremien diskutiert, ob man nicht die Staatsstraße 2351 zwischen Moosach und Glonn zur Fahrradstraße umwandeln sollte. Für Autos und Lastwagen wäre die Strecke dann ebenso tabu wie für Motorradfahrer, die die sanft geschwungenen Kurven der Straße lieben. Nun fordern die Fraktionen der Grünen, der SPD sowie von ÖDP/Linken im Kreistag in einem Antrag, Nägel mit Köpfen zu machen und hier in einem zweijährigen Verkehrsversuch zu erproben, ob eine Fahrradstraße an dieser Stelle funktioniert. Behandelt werden soll der Antrag im Umweltausschuss des Kreistags am 1. Oktober.

Die Antragsteller weisen in ihrer Begründung darauf hin, dass der Landkreis Ebersberg sich selbst zur Klimaschutzregion erklärt hat und sich zur Umsetzung der Energiewende bis 2030 bekennt. Auch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) erfordere, die Belange des Radverkehrs bei gegebenenfalls erforderlichen Abwägungsentscheidungen mit höherer Priorität zu berücksichtigen. "Will sich der Landkreis nicht unglaubwürdig machen, müssen all diese einstimmigen Beschlüsse des Kreistages im konkreten Handeln sichtbar werden", heißt es in dem Antrag.

Die drei Fraktionen fürchten allerdings, dass die Beratung am 1. Oktober über dieses Thema in die falsche Richtung gehen könnte. Denn laut Aussagen des Landratsamts soll es zunächst einmal darum gehen, den Bahndamm zwischen Glonn und Moosach, weitgehend als "radltauglichen Naturerlebnispfad für Familien auszubilden". Dort, wo das nicht möglich sei, solle die geplante Radwegeverbindung durch einen straßenbegleitenden Radweg umgesetzt werden. Dies widerspricht hingegen nach Überzeugung der Antragsteller dem Ziel, eine alltagstaugliche Radwegeverbindung zwischen Grafing-Bahnhof und Glonn zu schaffen. Der ehemalige Bahndamm hingegen solle "als schützenswerter Biotopverbund von landkreisweiter Bedeutung nicht beeinträchtigt werden". Im Streckenabschnitt Moosach-Glonn sei eine auch für Anliegerverkehr und land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge geöffnete Fahrradstraße die einzig praktikable Umsetzung einer alltagstauglichen Radwegeverbindung unter Bewahrung des schützenswerten Biotops auf dem ehemaligen Bahndamm. Auf einer Fahrradstraße haben Radler Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Es gelte eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde. "Die Fahrradstraße könnte schnell realisiert werden, ist kostenneutral und deckt mehr als die Hälfte der geplanten Radwegeverbindung zwischen Glonn und Grafing Bahnhof ab", so das Fazit der Antragsteller.

Der motorisierte Verkehr zwischen Moosach und Glonn verlaufe überwiegend über die östliche Parallelverbindung über Wildenholzen und die derzeitige Kreisstraße 13, die besser ausgebaut sei. Die derzeitige Staatsstraße 2351 sei hingegen nur für einen sehr geringen Anteil des motorisierten Verkehrs notwendig. Der Verkehrsversuch ermögliche eine Evaluierung dieser außerorts verlaufenden Fahrradstraße. Während ähnliche außerörtliche Fahrradstraßen in anderen Bundesländern bereits üblich seien, wäre der Landkreis Ebersberg mit ihrer Einrichtung zwischen Moosach und Glonn Vorreiter in Bayern, so der Hinweis der Antragsteller.

© SZ vom 18.09.2020 / SZ

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