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Zorneding:Wieder neue Mängel

Lärmschutzwand Zorneding

An mehreren Stellen ist das Bodenelement der Metallwand zu niedrig. Laut Peter Pernsteiner handelt es sich um Absenkungen von bis zu 40 Prozent.

(Foto: Peter Pernsteiner)

Nun ist die Treppe am Zornedinger Bahnhof beleuchtet - aber der Lärmschutz defekt

Von Carolin Fries, Zorneding

Eine Lärmschutzwand mit Löchern: Erfüllt die überhaupt ihre Funktion? Das fragt sich der Zornedinger FDP-Gemeinderat Peter Pernsteiner. Er hat vor wenigen Wochen entdeckt, dass die etwa 20 Jahre alte Lärmschutzwand entlang der Bahn im Bereich des Baugebietes am Weiher Mängel aufweist. Dort ist die meterhohe Holzwand teilweise nicht mehr im Betonfundament verankert. "An drei Stellen ist der Beton leicht abgesenkt, an einer Stelle aber bestimmt um 40 Prozent", sagt Pernsteiner, der die Mängel auf seiner Internetseite "Tagebuch eines Schandflecks" dokumentiert. Er befürchtet: "Der Betonsockel könnte ganz herabstürzen, das wäre dann gar nicht so harmlos." Pernsteiner appelliert an die Deutsche Bahn als Anlagenverantwortliche, die Mängel zu beseitigen. Den idealen Zeitpunkt dafür sieht er jetzt. Durch die Rodungsarbeiten der Gemeinde in den Grünanlagen entlang der Lärmschutzwand sei diese momentan gut für Arbeiten zu erreichen.

Der Bahn sind die Mängel bekannt. "An drei Stellen ist das Bodenelement der Schallschutzwand leicht abgesenkt", sagt ein Bahnsprecher. Eine Überprüfung habe aber ergeben, dass "keinerlei statische oder sonstige Beeinträchtigungen zu befürchten sind". Die Bahn will die Mängel beheben, sieht dafür aber keine Eile. Maßnahmen kündigt man noch für dieses Jahr an. Auf den Zugang durch die gemeindlichen Grünanlagen sei man dabei nicht angewiesen. "Die Arbeiten können auch von der Gleisseite aus ausgeführt werden, so dass das momentane Freischneiden der Außenseite der Schallschutzwand für die Mängelbeseitigung unerheblich ist", sagt der Bahnsprecher.

Damit ist die To-Do-Liste der Deutschen Bahn am Zornedinger Bahnhof erneut gewachsen. Aktuell wartet man im Rathaus darauf, dass endlich die im vergangenen Herbst angekündigte Zählung erfolgt, über welchen Zugang die täglich etwa 3000 Reisenden den Bahnsteig erreichen. Das Ergebnis soll als Grundlage für Verhandlungen mit möglichen Betreibern eines Pavillons oder Kiosks am Bahnhof dienen. Der Bahnsprecher versichert, die Zahlen würden im zweiten Quartal dieses Jahres erhoben - und zwar außerhalb der Ferienzeit. Gezählt würde solange, bis schlüssige Zahlen vorliegen.

Offen sind auch noch die zugesagten Verlängerungen der Handläufe im Treppenabgang und eine Versetzung der Müllcontainer auf dem Parkplatz. Karl-Heinz Bauer vom Verein "Das Alter erleben in Zorneding" hat letzteres Problem bereits bei einem Ortstermin mit Vertretern der Bahn und Bürgermeister Piet Mayr (CSU) im September vergangenen Jahres angesprochen. Passiert ist seither nichts. Der Bahnsprecher sagte der Ebersberger SZ im Februar, man habe einen neuen Standort im Auge, "muss dazu aber noch Gespräche mit dem jetzigen Nutzer führen". Geplant sei schließlich nicht, die Container einfach zu verschieben, sondern einen "nicht so leicht öffentlich zugänglichen Standort" zu schaffen. Auf die Frage, wie dieser konkret aussehen soll, ging er nicht ein.

Peter Pernsteiner wirft derweil noch eine neue Frage auf: "Warum müssen die neuen LED-Leuchten im Treppenaufgang auch bei strahlendem Sonnenschein brennen?" Grundsätzlich freue er sich, dass die alten Neonröhren kürzlich durch die neuere LED-Technik ersetzt worden seien, so der Kommunalpolitiker. Doch hoffe er sehr, dass die Bahn noch einen Dämmerungsschalter für die Leuchten einbaut, um der Energieverschwendung Einhalt zu gebieten.

© SZ vom 20.04.2016
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