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Zorneding:Sentimental historisch

Die Mitglieder des Heimatkundekreises und Bürgermeister Piet Mayr freuen sich, dass das Pöring-Buch vor Weihnachten fertig geworden ist.

(Foto: Hinz-Rosin)

Der Zornedinger Heimatkundekreis vervollständigt mit dem Band über Pöring die vierteilige Ortschronik. Das Buch erfreut Leser mit zahlreichen Früher-Heute-Aufnahmen und detailliert recherchierten Familien- und Hofgeschichten

Es ist dieses Schwarz-Weiß-Idyll von Heimatfilmen, Momentaufnahmen einer heilen Welt, die den Leser gleich beim ersten Blick in das neue Zornedinger Heimatbuch über den Ortsteil Pöring einfangen. Die drei Mädchen etwa, die von der Kirche am längst abgerissenen Mesnerhaus vorbei in Richtung Dorfplatz schlendern, wo vor einem halben Jahrhundert Gänse im Löschweiher planschten. Fast meint man, die drei Backfische kichern zu hören. Eine andere Aufnahme zeigt das Wirtshaus Mairsamer, seit Jahren ein italienisches Lokal, tief verschneit im Winter.

Für alt eingesessene genauso wie für neu hinzugezogene Pöringer ist der vierte und letzte Teil der Zornedinger Ortschronik eine identitätsstiftende Mischung aus sentimentaler Rückschau und historischem Überblick. Dafür haben die Mitglieder des Heimatkundekreises, allen voran die frühere Vorsitzende Emmi Heder, in ihren privaten Archiven gestöbert und bei Verwandten, Bekannten und Nachbarn in Fotoalben gespickt, Dokumente der Ortsgeschichte zusammengetragen, die Entstehung von Höfen und Siedlungen beschrieben und so manchen Familienstammbaum recherchiert. Anni Pfluger, Ehefrau von Altbürgermeister Franz Pfluger, erinnert sich gut daran, wie sie ihr Mann mitunter spätabends losgeschickt hat, um noch das eine oder andere Foto für die Chronik zu organisieren. "Jetzt rück scho raus", habe sie bei manchem Alteingesessenen hin und wieder sanft nachhelfen müssen.

Bürgermeister Piet Mayr, der die an dem Buch Beteiligten zu einem Umtrunk einlud, würdigt das ehrenamtliche Engagement. "Ohne Sie wäre die Ortschronik niemals entstanden", bedankte er sich bei Emmi Heder, Hans-Joachim Lang, Franz Pfluger, Rosi Trenkler, Anton Kindshofer und Franz Hauser. Mayr möchte die vollständige Ortschronik über Zorneding und seine Ortsteile Wolfesing, Ingelsberg und Pöring gerne in einem Schuber als Gesamtausgabe herausgeben. Vorerst aber empfiehlt er das Pöring-Buch zumindest als Weihnachtsgeschenk.

Familien, bei denen das Buch dann unterm Christbaum liegt, werden sich an Heiligabend nicht langweilen. Viel zu sehen und zu suchen gibt es vor allem auf den zahlreichen Fotos, die dank des Einsatzes von Heimatfotograf Franz Hauser eine Reihe von Früher-Heute-Ansichten des Dorfes zeigt. Ansehnlich dokumentiert ist die Dorfentwicklung auch durch Luftaufnahmen, etwa vom Sägewerk Thaller, an das heute nur noch die Thaller Lacke in der Wohnsiedlung entlang der Anzinger Straße erinnert. Überraschend auch der Blick von oben auf die neue Schule, eine Aufnahme aus dem Jahr 1964. Die Siedlung vis-à- vis mit all ihren nach Alpengipfeln benannten Straßen ist noch jungfräulich, die Baldhamer Straße, an die heute das Gewerbegebiet anschließt, gleicht einem Trampelpfad. Schwarz-Weiß-Idyll eben, denn wenn früher auch nicht alles besser war, so war es in Pöring sicher an mancher Stelle schöner.

Das Buch kostet 19,80 Euro und ist erhältlich an der Rathauspforte oder bei Steffi's Schreibwaren.