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Halloween:Zum Schaudern schön: Das Zornedinger Horror-Haus

Am Horrorhaus von Christian Steiger gibt es allerhand zu entdecken.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

In Pöring dekoriert Christian Steiger sein Haus mit allerlei gruseligen Gestalten. Das freut längst nicht mehr nur die Nachbarskinder.

Es ist düster. Die Gliedmaßen eines Skeletts ragen aus einem Grab heraus, von oben schwingt der Sensenmann sein Arbeitsgerät, während in einem Fenster der üblicherweise schmucken Doppelhaushälfte ein Geist hin- und herschwingt. Lichter blinken, eine Hexe krächzt - und, oh Schreck, eine Fledermaus flattert mit blutroten Augen im Vorgarten-Grün.

Hat auch nicht jeder im Vorgarten: Ein Grab mit Skelett.

(Foto: Fotos: Christian Endt)

Voller Stolz präsentiert Christian Steiger sein "Horror-Haus" in der Pöringer Rotwandstraße, das er seit fünf Jahren zu Halloween schaurig-schön dekoriert. "Ich kannte das früher alles gar nicht. Als wir herzogen, klingelten ein paar Kinder am Abend des 31. Oktober an meiner Haustür und wollten Süßigkeiten haben. Ich war nicht darauf vorbereitet und sagte, sie sollen in 20 Minuten noch einmal kommen." Steiger lief also schnell in den Supermarkt und kaufte einige Leckereien. "Seitdem kamen jedes Jahr mehr Kinder und ich habe angefangen, zu dekorieren. Ich muss immer ein bisschen angestachelt werden", sagt Steiger mit einem Lachen.

Nicht nur die Kinder haben ihren Spaß an dem Haus

Bereits im Frühjahr beginnt er mit der Planung für seine Hauswand, zwei Wochen vor Halloween wird dann alles aufgebaut. "Mein Mann fragte sich anfangs, wieso ich mir das antue." Doch dann habe er selbst Gefallen am Gruseln gefunden. Nun kümmert er sich um die Lichter und darum, dass von der Fledermaus bis zum Skelett alles Hand und Fuß hat. "Da ist er richtig pedantisch", sagt Steiger. Anfangs habe er allerdings auch Bedenken gehabt, weil so viele kleine Kinder in der Straße wohnen. Doch da hatte er sich getäuscht. Die Kleinen klatschen, die Größeren staunen. Außerdem sehen sie alles beim Aufbau und wissen deshalb, dass die Dinge aus Styropor und Plastik sind. "Ich sage ihnen immer, das sind die guten Geister, die uns vor den bösen Geistern beschützen."

Zwei Kellerräume füllt Steigers Deko schon. Um die 50 bis 100 Euro gibt er jährlich dafür aus. Eigentlich habe er anfangs nur für die Nachbarschaft geschmückt, dann hat er ein Foto gemacht und es in einer Zornedinger Facebook-Gruppe hochgeladen. "Inzwischen hat sich Steigers herbstliches Hobby im Ort herumgesprochen. "Seit drei Wochen gehen hier Leute spazieren, die ich überhaupt nicht kenne. Und die Gassigeher machen mit ihren Hunden einen Schlenker über mein Haus", sagt er. Auch an Halloween selbst sei einiges los. Mindestens 20 bis 30 Minuten bleiben die großen und kleinen Passanten beim Horror-Haus stehen, klatschen in die Hände und bewundern die Gestalten, die sich daraufhin bewegen. Die Eltern haben Zeit, sich zu unterhalten und eventuell ein Bierchen zu trinken. Sieben bis acht Kilo Süßigkeiten will der 48-Jährige dieses Jahr bereithalten - ein Erfahrungswert aus den vergangenen Jahren.

Steiger hat bereits jetzt schon Pläne für das nächste Jahr

Anregungen für die Dekoration holt sich Steiger, wo immer er sie findet. Manche Ideen findet er im Internet, andere im Fernsehen, gerade in amerikanischen Horrorfilmen. Für nächstes Jahr hat der Logopäde bereits kletternde Zombies im Visier, dieses Jahr ist für ihn ganz klar der Sensenmann das Highlight. Sein Mann habe ihm das Skelett geschenkt, der Weihnachtsschlitten dient nun als Gefährt. Auch sonst baut Steiger vieles selbst. Jeans und Hemd ausgestopft mit Stroh ergeben beispielsweise einen super Körper, Särge lassen sich aus Pappe zusammenkleben, und aus Buddhastatuen werden mit Masken tolle Gestalten.

Chritian Steiger (rechts) hält zu Halloween allerlei Gruseliges für seine Besucher vor.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Wegen der vielen Arbeit will Steiger sein Haus für eine Woche im Halloween-Look präsentieren. Doch spätestens am Samstag wird alles abgebaut - danach geht es weiter mit der genauso aufwendigen Weihnachtsdeko. Warum er sich das jedes Jahr antut? "Ich habe immer schon gerne dekoriert, das macht einfach Spaß."