Knapp zwei Jahre steht in Zorneding bereits ein Bahnhofsgebäude, auf das man bei der Bahn sehr stolz ist. Gilt dieses doch als Prototyp für eine klimafreundliche Station, von denen viele weitere im ganzen Land entstehen sollen. Der Weg zu dieser strahlenden Zukunft ist indes eher trist, der Bahnhofsvorplatz eine stillstehende Dauerbaustelle. Nun hat sich die Ebersberger Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Doris Rauscher an die Deutsche Bahn gewandt und gefordert, dass die Gemeinde Zorneding endlich die Genehmigung für eine Fertigstellung erhält.
Hintergrund ist eine zwischen Kommune und Konzern geschlossene Vereinbarung: Die Bahn baut die neue Station, welche man sich in Zorneding schon seit dem Abriss der alten im Jahr 2008 wünscht, die Gemeinde wiederum richtet auf eigene Kosten den Vorplatz her. Was man in Zorneding auch sehr gerne tun würde, es gibt bereits konkrete Pläne für eine Gestaltung – inklusive Bepflanzung mit Himalaya-Birken –, die Ende vergangenen Jahres öffentlich vorgestellt wurden.
Aber umsetzen konnte die Gemeinde bislang nichts davon, weil die Bahn die dafür nötige Genehmigung nicht erteilt. Konkret handelt es sich dabei um einen sogenannten Gestattungsvertrag. Da es sich um Bahngrund handelt, muss der Konzern der Gemeinde offiziell erlauben, dort tätig zu werden. Doch wer nicht tätig wurde, ist die Bahn. Dies war erst in der jüngsten Sitzung des Zornedinger Gemeinderates Thema, die Gemeindeverwaltung informierte darüber, dass es keine Informationen gebe, wann der Bahnhofsvorplatz endlich fertiggestellt werden könne.

Mitten in Zorneding:Architekten für einen Abend
Nachdem die Deutsche Bahn für Zorneding ein Wartehäuschen am Bahnhof spendiert hat, soll sich die Gemeinde um die Gestaltung des Vorplatzes kümmern – und diese Aufgabe nimmt man durchaus ernst.
„Die Gemeinde Zorneding setzt alles daran, den Bahnhofsvorplatz endlich fertigzustellen. Doch durch die fehlende Rückmeldung der Deutschen Bahn bleiben die nächsten Schritte blockiert“, kritisiert nun Rauscher. „Die Menschen in Zorneding warten seit viel zu langer Zeit auf einen funktionalen und ansprechenden Bahnhofsvorplatz. Die Gemeinde braucht jetzt dringend Planungssicherheit, um die notwendigen Arbeiten endlich ausschreiben und umsetzen zu können.“

Darum hat sich die Abgeordnete in dieser Woche mit einem Schreiben direkt an die Deutsche Bahn gewandt – nicht das erste Mal – und darin eine Freigabe für die Fertigstellung des Bahnhofsplatzes gefordert. Damit, so Rauscher weiter, möchte sie den Druck auf den Schienenkonzern erhöhen.

