Zehmerhof in Pliening:Im Wachstum

Zehmerhof in Pliening: Andrea Huber und Anna Wagner im Café des Zehmerhofs.

Andrea Huber und Anna Wagner im Café des Zehmerhofs.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Das Café erweitert sein Angebot nach Bedarf

Von Valentina Antonucci, Pliening

Direkt neben ordentlich sortierten Regalen, die den gemütlichen Flair eines Kaufmannsladen aus Kindertagen ausstrahlen, frischem Gemüse und Eiern von den eigenen Hühnern findet man am Zehmerhof das kleine, charmante Hofcafé im Vintage-Stil. An den Wänden hängen alte Kuchenformen und Porzellanbildchen. Die Tische werden von altmodischen Spitzendeckchen und frischen, kleinen Tulpensträußen geziert. Diese heimelige Einrichtung steht im Kontrast zu den individuellen Lampen und dem modernen Raum.

Früher einmal hatte sich hier um einen alten Stadl gehandelt, der in nur acht Monaten abgerissen und neu aufgebaut wurde, da die alten Räumlichkeiten des Hofladens zu klein geworden waren. Gleichzeitig zog nach der Fertigstellung des Neubaus im Dezember 2016 auch das neu eröffnete Hofcafé mit ein. Die alten Deckenbalken des Stadls konnten jedoch erhalten werden und wurden so nachträglich wieder eingebaut, was dem Raum eine ganz besondere Atmosphäre verleiht.

Damit sich Hofladen und Café jedoch nicht in die Quere kommen grenzt eine Trennwand aus dunklem, geflämmten Holz den Sitzbereich des Cafés vom Eingang des Hofladens ab - durch das eingesetzte Fenster lässt sich das Geschehen im Laden jedoch trotzdem wunderbar beobachten, während man gemütlich bei einem Stück Kuchen oder einem Kaffee sitzt. Für die Kuchen, die alle selbstgebacken sind, werden die Eier der eigenen Hühner verwendet. Alle anderen Zutaten stammen aus der näheren Umgebung. Der regionale Bezug der Lebensmittel sei ihnen einen großes Anliegen, so Andrea Huber, ehemalige Kreisbäuerin und Hofbesitzerin. Teilweise käme es auch zu einem Austausch - die eigenen Eier gegen andere Waren. Doch es wird nicht nur darauf geachtet regionale Produkte zu verwenden, sondern auch saisonale. So gibt es jeden Tag neue Kuchen, je nachdem was gerade da sei und was sich anbiete. Neben den Kuchen werden im Hofcafé des Zehmerhofs auch belegte Semmeln oder Butterbrezen verkauft. Ein Frühstücksangebot ist gerade in Planung. Langsam kommt immer mehr dazu, das sei von Anfang an das Konzept gewesen, erklärt Huber, denn "des wos mia macha, mach ma a gscheid."

Diese Umsetzung scheint bei den Gästen bestens anzukommen, normalerweise wird um die ein bis zwei Mal am Tag im Café reserviert. Die Leute, die sich dann dort treffen sind bunt gemischt. Oft finden Mädelsrunden, Geburtstagsfeiern, Bauernstammtische oder aber auch diverse Versammlungen, beispielsweise nach einer Beerdigung statt. Viele würden aber auch einfach einen Kuchen bestellen. Auf ihrer Internetseite ließe sich einsehen, welche Kuchen es schon alles im Café gegeben habe und dort könne man sich dann aussuchen, was für einen man wolle, so Huber.

Aber nicht nur für die Großen hat das Café einiges zu bieten, auch die Kleinen kommen auf ihre Kosten. In der kleinen Spielecke können sie sich beschäftigen oder aber, bei gutem Wetter, wenn es sich wieder draußen in der Sonne sitzen lässt, die Kaninchen, Hühner oder den Hund streicheln. Wenn es zeitlich gerade möglich ist, können Kinder auch mal den Traktor näher inspizieren, oder aber auch mal mitfahren. Kein Wunder also, dass sich alle gerne in dem Café treffen, hat es doch für jede Zielgruppe etwas zu bieten.

© SZ vom 31.03.2018
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