XXXLutz in Anzing:Der rote Stuhl rückt näher

Der Gemeinderat billigt den Bebauungsplan des XXXLutz - gegen die Stimmen der Grünen. Bei den umstrittenen Parkplätzen gibt es einen Kompromiss.

Lena Grundhuber

Die Ansiedlung von XXXLutz in Anzing ist am Dienstag wieder ein Stück konkreter geworden: Gegen die Stimmen der Grünen billigte der Gemeinderat den überarbeiteten Entwurf des Bebauungsplans und der Änderung des Flächennutzungsplans. Diese gehen nun an die beteiligten Behörden und werden in der Gemeinde ausgelegt - fünf Wochen besteht Gelegenheit zu Einwendungen gegen den Plan des Möbelriesen zum Bau eines Auslieferungslagers und Service-Centers im Gewerbegebiet Nord.

XXXLutz in Aschheim, 2009

Steht, wie hier in Aschheim, auch bald in Anzing ein XXXLutz? Eine Hürde für das Projekt ist jedenfalls geschafft: Der Gemeinderat billigte am Dienstag den überarbeiteten Bebauungsplan.

(Foto: Ulla Baumgart)

Die Werbetafel, die nach den Plänen des Unternehmens in 4,80 Meter Höhe auf dem Lager zu stehen kommen sollte, ist vom Tisch. Die rund 200 Parkplätze, die für Diskussion gesorgt hatten, sind jedoch im Plan enthalten. Allerdings ist das Areal für den Parkplatz nun nicht mehr im Baufenster vorgesehen, so dass der Investor die Fläche künftig nicht einfach überbauen kann - dies beruhigt insbesondere die Grünen.

Thema in der Sitzung war auch das Verkehrsgutachten, das die Gemeinde beim Büro Harald Kurzak in Auftrag gegeben hatte. Vor allem auf die Einwände der Grünen hin hatten Planer und Gemeinde das Gutachten überprüft, kamen aber zu einem fast gleichlautenden Ergebnis, wie Straßenplaner Bernhard Kern referierte: Etwas mehr als 600 Fahrzeugbewegungen pro Tag seien durch das neue Lager zu erwarten; allerdings setzen diese sich anders zusammen als ursprünglich angegeben.

Grundlage der Berechnungen sei die Situation beim XXXLutz-Lager in Eching, erklärt Bürgermeister Franz Finauer (UBA). Das Gutachten geht nun an die Nachbargemeinde Poing. Der Gemeinderat dort hatte die Einsichtnahme zur Bedingung für eine endgültige Stellungnahme gemacht. Zwar soll die Kreisstraße EBE1 durch das Gewerbegebiet nach Poing geführt werden. Jedoch bleibt die Schulstraße offen für Pkw. Nur Lkw dürfen nicht mehr passieren. Mit dieser Lösung müsse nicht eigens eine Ampel an der Einmündung zur EBE1 gebaut werden, heißt es im Gutachten.

Die Grünen stehen der Sache nach wie vor kritisch gegenüber. Reinhard Oellerer ist "skeptisch", was die Verkehrsschätzung anbelangt. Unverständlich sei die Annahme, dass der Ausbau der Flughafentangente Ost zu keiner weiteren Belastung führen soll.

Daneben erwarte er mehr Verkehr, wenn die bisher freien Flächen im Gewerbegebiet erst einmal bebaut sein werden. Auf ein Bürgerbegehren, sagt Fraktionskollegin Barbara Spachmann-Bückers, werde man wohl dennoch verzichten. "Das hätte zu wenig Aussicht auf Erfolg."

© SZ vom 07.10.2010/isa
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