Es ist ein herrlicher warmer Frühlingstag, doch für die Menschen, die sich hier auf der Baustelle am Waldrand versammelt haben, ist das nicht der einzige Grund für gute Laune: Denn es geht voran mit einem Projekt, das sich in den Ebersberger Ortsteilen Pollmoos, Traxl, Englmeng, Ruhensdorf und Rinding viele wünschen – dem Bau des ersten Windrads im Bereich der Kreisstadt, gleichzeitig das erst dritte Windrad im Landkreis Ebersberg überhaupt. Bewohner der Dörfer rundherum hatten das Projekt initiiert und vorangetrieben, läuft alles nach Plan, soll es bereits im November Strom für bis zu 2000 Haushalte produzieren.

Schon vor dem offiziellen ersten Spatenstich ist auf dem Bauplatz in dem Waldstück nahe Pollmoos einiges passiert: Das runde Betonfundament für die Windkraftanlage ist bereits betoniert, bald soll es in die Höhe gehen. Bis etwa Juli wird der untere, knapp 90 Meter hohe Betonschaft aufgebaut, danach werden die schlankeren Stahlrohre montiert, wie Hans Zäuner, Geschäftsführer der Windenergie Föhrenpold GmbH & Co. KG, erläutert. Insgesamt beträgt die Nabenhöhe des Windrads 166 Meter, zusammen mit den Rotoren erreicht es eine Höhe von 246 Metern.

Zäuner gehört wie sein Mitstreiter Werner Stinauer zu denen, die die Windkraftnutzung im Landkreis Ebersberg vorantreiben: Sie haben sowohl das erste Windrad in Hamberg bei Bruck als auch das zweite Projekt zwischen Fürmoosen und Taglaching realisiert. Auch das Projekt bei Fürmoosen ist dabei auf Initiative und mit finanzieller Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern in der Umgebung entstanden. Nicht immer lief es dort ganz reibungslos, bisweilen standen die Rotoren wochenlang still. Inzwischen seien aber die Startschwierigkeiten überwunden und mit Hersteller Enercon haben man sich über eine Entschädigung für die Ausfallzeiten geeinigt, erzählt Zäuner.
Beim Projekt „Föhrenpold“, wie die Anlage bei Pollmoos heißt, hoffen Anwohnerinnen und Anwohner aus den umliegenden Orten, dass der Wind ihnen künftig eine zuverlässige Rendite beschert: Gut 40 Interessierte haben sich laut Zäuner für Anteile an dem etwa 9,3 Millionen Euro teuren Projekt vormerken lassen. Wie viele genau sich tatsächlich beteiligen, das wird in etwa zwei Wochen feststehen.
Für Ebersbergs Bürgermeister Ulrich Proske (parteilos), der ebenfalls zum Spatenstich gekommen ist, ist es jedenfalls ein erfreulicher Fortschritt für den Ausbau der Erneuerbaren in der Kreisstadt. Auch der Großteil des Ebersberger Stadtrats steht hinter dem Projekt, er hatte sich bemüht, die notwendige Bauleitplanung so schnell wie möglich über die Bühne zu bringen. Weitere Flächen, die für den Bau von Windrädern geeignet sind, befinden sich im Bereich der Kreisstadt vor allem im Norden in der Nähe der Kreismülldeponie an der Schafweide, hier gibt es aber noch keine konkreten Planungen.

