Der Wald im Landkreis Ebersberg ist weniger durch Wildverbiss geschädigt als in vielen anderen Regionen Bayerns: Darauf hat Karem Gomaa, der Vorsitzende der Kreisgruppe Ebersberg im Landesjagdverband, bei der Hegeschau im Alten Speicher hingewiesen: „Dies ist auch ein Resultat des Einsatzes von uns Jägern für den notwendigen Waldumbau hin zu mehr Klimaresistenz und mehr Baumartenvielfalt.“ Doch ein bisschen besser geht es immer noch: In drei von fünf Hegeringen im Landkreis hat der Verbiss laut Martin Bachmann, dem zuständigen Fachmann im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Ebersberg, zugenommen. Daher sollte seiner Empfehlung nach der Abschuss teilweise erhöht werden.
Allerdings liege die Verantwortung für einen guten Zustand der Wälder nicht nur bei den Jägern allein. Jeder könne etwas dazu beitragen, den Verbiss in tolerierbaren Grenzen zu halten, unterstrich Gomaa. „Ein Dauerproblem sind Fußgänger, Mountainbiker, Geocacher und Reiter, wenn diese zu jeder Tages- und Nachtzeit in Wald und Feldflur abseits der üblichen Wege unterwegs sind. Das Wild zieht sich dann in immer kleinere Zonen im Wald zurück und verbeißt dort, um sich zu ernähren.“

Ebersberger Forst:Das Ebola der Schweine
Die Afrikanische Schweinepest bedroht das Idyll im Ebersberger Forst – auch weil Waldbesucher die Tiere füttern. Ein alteingesessener Jäger will sie schützen. Über den Weg der Seuche.
Auch frei laufende Hunde seien in dieser Hinsicht ein großes Problem. „Erst vor kurzem wurde bei Glonn wieder ein Reh von einem Hund gerissen. In einem kleinen Waldstück zwischen Baldham und Ingelsberg werden jedes Jahr drei bis vier Rehe Opfer von Hunden. Und das ist nur die Spitze eines Eisberges“, unterstrich Gomaa.
Nicht nur ein Ärgernis, sondern eine handfeste Gefahrenquelle für Mensch und Wild sind laut Gomaa die vom Verkehr verursachten Wildunfälle. „Es wurden im Landkreis im vergangenen Jagdjahr 1981 Rehe geschossen, 45 sind Krankheiten erlegen und 415 waren Opfer von Wildunfällen, also jedes sechste Reh.“ Es gibt Reviere in Ebersberg, in denen mehr Rehe dem Kühler als der Kugel zum Opfer fielen. Das verursache nicht nur einen enormen wirtschaftlichen Schaden und Gefahr für Autofahrer, sondern auch viel Leid für das Wild. Gomaa appelliert deshalb an die Autofahrer: „Fahren Sie vorsichtig im Wald und an den Stellen, wo hoher Feldbewuchs direkt an die Straße angrenzt.“

