Dauerregen im Landkreis:Vorsicht geboten

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Nicht gerade freundlich schaut es dieser Tage mancherorts im Freistaat aus. Auch in Ebersberg heißt es weiterhin: Es regnet, es regnet... (Foto: dpa)

Auch in der Region Ebersberg wird vor ergiebigem Regen gewarnt. Welche Folgen das haben kann und wie sich die Einsatzkräfte darauf vorbereiten, erklärt Kreisbrandrat Andreas Heiß, der oberste Feuerwehrler im Landkreis. Für die nassen Tage hat er ein paar Tipps.

Interview von Franziska Langhammer, Ebersberg

Die bayerischen Pfingstferien enden mit viel Regen: Auch für den Landkreis Ebersberg hat der Deutsche Wetterdienst für das Wochenende eine Unwetterwarnung herausgegeben. Die nächsten Tage soll ergiebiger Dauerregen fallen. Die SZ hat darum bei Kreisbrandrat Andreas Heiß nachgefragt, was das konkret bedeuten kann.

SZ: Herr Heiß, haben Sie fürs Wochenende schon Ihre Gummistiefel bereit gestellt?

Andreas Heiß: Wir haben zwar unsere Einsatzstiefel bereit gestellt, aber wir haben noch keine weitere Warnungen an die Feuerwehren rausgegeben.

Seine Einsatzschuhe stehen schon bereit: Kreisbrandrat Andreas Heiß rechnet jedoch nicht mit großen Überschwemmungen. (Foto: Peter Hinz-Rosin)

Womit rechnen Sie denn am Wochenende wettertechnisch in unserem Landkreis?

Das ist schwer einzuschätzen. Wenn man die Gewitter- und Regenzellen beobachtet, ändern sich die Prognosen stündlich. Wenn die Regenfälle in der Größenordnung kommen wie momentan, dürfte es zu keinen größeren Überschwemmungen kommen.

Gibt es trotzdem im Landkreis Gegenden oder Orte, an denen der Regen der nächsten Tage ein Problem werden könnte – zum Beispiel bei der Unterführung am Bahnhof Grafing-Bahnhof?

Sicherlich gibt es neuralgische Punkte, die dafür bekannt sind, schnell mal zu überfluten. In der Unterführung in Grafing-Bahnhof ist eigentlich von der Bahn eine Pumpstation enthalten, die das Wasser im Bedarfsfall rauspumpen soll. Wenn die nicht funktioniert – was schon öfter mal vorgekommen ist –, dann ist diese Unterführung nur mehr schwer passierbar.

Könnte es in den nächsten Tagen wieder dazu kommen?

Wenn kein Starkregen eintritt, nicht. Die momentanen Regenmengen sind gut bewältigbar.

Ob der Sandsack-Füll-Alarmplan dieses Wochenende in Kraft tritt? Wenn es so bleibt, dann eher nicht, glaubt Andreas Heiß. (Foto: dpa)

Wie schaut es beim Volksfestplatz in Ebersberg aus? Der ist ja auch gern mal schnell überflutet.

Dort ist kein größeres Gefahrenpotenzial vorhanden, weil der derzeit nur als Parkplatz genutzt ist. Gefährlich wird das Ganze erst, wenn wir überflutete Keller haben. Das passiert, wenn sich in kurzer Zeit eine hohe Menge an Regen sammelt. Das hatten wir beispielsweise vor 14 Tagen im Bereich Moosach und Grafing oder am Donnerstag vor einer Woche im Bereich Antholing. Gullys und Abflüsse wurden durch Hagelkörner verschlossen, und das Wasser konnte nicht mehr in der Masse ablaufen. Dann muss man natürlich Prioritäten setzen bei überlaufenen Kellern: Sind Heizöltanks betroffen? So versucht man weitere Schäden zu vermeiden.

Wo kriegt man im Notfall Sandsäcke her?

Unsere Feuerwehren haben natürlich auch schon Vorsorge getroffen und befüllte Sandsäcke bevorratet. Die würden bei Bedarf zum Einsatz kommen. Wir haben jedoch keine Sandsäcke für Einzelpersonen vorrätig. Am besten wendet man sich an die örtliche Gemeinde und fragt nach, welche Maßnahmen hier getroffen worden sind. Es gibt bei uns im Landkreis einen eigenen Sandsack-Füll-Alarmplan, der in Kraft tritt, wenn wir oder Nachbarlandkreise Bedarf haben.

Welche Tipps haben Sie für die Ebersberger mit Blick auf das Wochenende?

Natürlich sollte man erst im eigenen Bereich schauen, dass die Dachrinnen, Gullys und Abläufe sauber sind und von Laub und Dreck befreit – so dass der Regen ablaufen kann. Sollte man in der Nähe eines Gewässers liegen, sollte man im eigenen Keller Vorkehrungen treffen und verschiedene Sachen etwas höher lagern als direkt am Boden.

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