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Weltpremiere in Ebersberg:Bewegender Filmessay

Schweizer Filmemacher Andreas Hoessli Film „Der nackte König â€" 18 Fragmente über Revolution“
(Foto: Veranstalter)

Das Alte Kino zeigt den Dokumentarfilm "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution"

Während in Iran der Schah gestürzt wird, beginnen im sozialistischen Polen die Arbeiter zu streiken - zwei gewaltige, von Massen getragene Revolutionen, die doch sehr unterschiedlich sind. Der Schweizer Filmemacher Andreas Hoessli hat darüber einen Film gemacht: "Der nackte König - 18 Fragmente über Revolution". Das Alte Kino in Ebersberg zeigt diesen Film an diesem Mittwoch, 10. Februar, als Livestream in der Weltpremiere - nämlich einen Tag, bevor der Film offiziell an den Start geht. Barbara Lux, Chefin des "Mittwochskinos", lädt außerdem zum Filmgespräch aus dem Alten Kino. Dazugeschaltet sind der Regisseur Hoessli, der Experte Frank Bösch, Direktor des Leibniz-Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam, sowie der Produzent Vadim Jendreyko.

1979, Revolution im Iran. 1980, Revolution in Polen. Der Sturz des Schahs, des "Königs der Könige" im Iran, Massenstreiks und die Gewerkschaftsbewegung Solidarność in Polen. Was geschah in den Köpfen der jungen Frauen und Männer, die damals an den Revolutionen beteiligt waren? Was ging in ihnen vor, als die Revolution niedergeschlagen wurde, oder - wie im Iran - eine religiös-autoritäre Elite die Macht übernahm? Darüber hat Hoessli ein faszinierendes Filmessay gemacht: über Menschen und ihre Hoffnung auf Veränderung. Herausgekommen ist eine Gedankensammlung, erzählt aus der Ich-Perspektive, die gesprochen wird von Bruno Ganz.

Der Schweizer Dokumentarfilmer hat einen eigenen Bezug zum Thema: Hoessli lebte damals als Forschungsstipendiat in Polen. Dort lernte er Oppositionelle und bald auch schon den berühmten Reporter Ryszard Kapuściński kennen. Dieser war gerade nach Polen zurückgekehrt, nachdem im Iran eine überwältigende Massenbewegung den Schah gestürzt hatte. Seine Aufzeichnungen bilden den Ausgangspunkt der Filmerzählung, in der Hoessli auch entdeckt, dass er damals selbst vom polnischen Geheimdienst überwacht wurde und sogar für dessen Machenschaften angeworben werden sollte.

Der Film wurde beim DOK-Fest München in der Reihe "DOK international Main Competition" mit dem Hauptpreis ausgezeichnet. Nach der Premiere aus dem Alten Kino ist er von Donnerstag, 11. Februar, an, zum 42. Jahrestag der Islamischen Revolution, auch im "W-Film-Online-Kino" zu sehen. Im Mittwochskino wird der Film auf Spendenbasis gezeigt. Beginn ist um 20.30 Uhr. Die Plattform unter live.alteskino.de geht ab 20.15 Uhr online.

© SZ vom 10.02.2021 / SZ
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