Weltmusik-Festival am StoaTrübe Aussichten

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"Langsam sind die Kassen leer": Weil die Finanzierung zu unsicher ist, hat das "Weltmusik-Festival am Stoa" eine unklare Zukunft.

Natalie Weiß

Geplant war ein Fest für Freunde der Weltmusik: abwechslungsreiche Musikstücke in außergewöhnlicher Besetzung vor noch ungewöhnlicherer Kulisse. Nicht geplant war allerdings das schlechte Wetter.

Weltmusik-Festival am Stoa: Das Programm am Freitag fiel komplett ins Wasser, am Samstag mussten ebenfalls viele Auftritte abgesagt werden.
Weltmusik-Festival am Stoa: Das Programm am Freitag fiel komplett ins Wasser, am Samstag mussten ebenfalls viele Auftritte abgesagt werden. (Foto: EBE)

Dadurch fiel das Programm am Freitag komplett ins Wasser, am Samstag mussten ebenfalls viele Auftritte abgesagt werden. "Das ist ein richtiges Fiasko", klagt Johannes Demmel, Veranstalter des Weltmusik-Festivals am Stoa. Nicht zum ersten Mal ist es so schlecht gelaufen. Deshalb ist die Zukunft der Veranstaltung nun ernsthaft gefährdet.

Bereits zum zwölften Mal hat das Weltmusik-Festival am Stoa stattgefunden. Von Gypsy-Balkan-Beats über irische Volkstänze bis hin zu Mittelaltermusik und brasilianischem Bossa Nova war ein buntes Programm geplant gewesen, traditionsgemäß auch mit exotischen Instrumenten wie Didgeridoos vorgetragen. Doch wegen der starken Regenfälle konnte nicht einmal die Hälfte der geplanten Konzerte stattfinden.

Erstmals sollten gleich an drei Tagen hintereinander Bands auftreten, doch das Programm am verregneten Freitagabend entfiel komplett, ebenso wie die meisten der für Samstag geplanten Auftritte. "Das Wetter hat einfach nicht mitgespielt. Das Reizvolle an dem Amphitheater in Edling ist eben gerade die Freilichtbühne. Regnen darf es dann natürlich wegen Technik und Instrumenten nicht."

Schon in den vergangenen drei Jahren hatte es laut Demmel aufgrund von schlechtem Wetter immer wieder Probleme gegeben. Wirklich gute Ideen, wie man damit umgehen könnte, gibt es bisher nicht: Man habe das Konzert in der Vergangenheit schon einmal in den angrenzenden Gewölbesaal verlegt, erzählt der Veranstalter, doch dabei habe das Festival zu stark an Flair verloren. "Das Besondere an diesem Konzert ist eben das Zusammenspiel des eiszeitlichen Felsbrockens als Kulisse, der tollen Akustik des Amphitheaters und der abwechslungsreichen Weltmusik", sagt Johannes Demmel: "Da kann man nicht einfach eine Komponente weglassen."

Durch die vielen wetterbedingten Ausfälle sinken natürlich auch die Einnahmen rapide. "Langsam sind die Kassen leer", sagt Demmel. Noch vor einigen Jahren habe das Festival über 500 Besucher angezogen, berichtet er - und die Begeisterung für diese Veranstaltung habe auch gar nicht abgenommen.

Das Problem sei allein das Wetter, bei dem sogar begeisterte Weltmusikfans lieber daheim blieben. Und so habe er bei dem Auftritt der Mittelalterband "Vroudenspiel" am Samstagabend nicht einmal hundert Zuschauer zählen können.

Der Organisator hat starke Zweifel daran, ob das "Weltmusik-Festival am Stoa" weiter existieren kann. Die Veranstaltung müsse sich komplett selbst tragen, da es bis auf einen geringen Zuschuss des Landkreises im vergangenen Jahr noch nie finanzielle Unterstützung gab. "Alles, was wir für Werbung, Technik, die Location oder ähnliches ausgeben, muss durch die zahlenden Zuschauer wieder rein kommen", erklärt Johannes Demmel. Die teilnehmenden Musiker seien ihm ohnehin schon entgegen gekommen: "Sie sind auf gestaffelte Gagen eingegangen, das heißt, sie tragen das Risiko mit. Ihnen liegt unser Festival so am Herzen, dass sie auch unter diesen Bedingungen hier auftreten."

Doch trotz dieser Maßnahmen wird es langsam eng für die Veranstaltung - zumal das Festival gegen wetterbedingte Ausfälle nicht einmal versichert ist. "Das wäre zu teuer", sagt Demmel. Er sagt, er hätte theoretisch kein Problem damit, das Konzert nur für die hundert Leute zu veranstalten, die kurzfristig zur Vorstellung kommen, wenn der Himmel doch noch aufklart, "aber es sollte sich halt schon tragen". Momentan denkt Demmel darüber nach, wie dieses Festival in Zukunft weiterhin möglich wäre: "Nur mit besserer Absicherung und vielleicht mit einer Förderung durch den Landkreis oder durch eine andere Organisation."

© SZ vom 01.09.2010 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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