bedeckt München 24°

Weihnachten:Wohin mit dem Vaterstettener Christkindlmarkt?

In der Vorweihnachtszeit fand der Christkindlmarkt bis 2014 jedes zweite Jahr vor dem Vaterstettener Rathaus in der Wendelsteinstraße statt. Möglicherweise kehrt er schon heuer dorthin zurück.

(Foto: Christian Endt)

Wo der Vaterstettener Christkindlmarkt heuer stattfindet, muss noch erarbeitet werden. Einig sind sich aber alle darin, dass der Baldhamer Marktplatz als Standort ausgedient hat.

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Nur noch sechs Monate bleiben bis Weihnachten, Zeit also, die ersten Vorbereitungen für die stade Zeit zu treffen. Wie nun im Hauptausschuss des Vaterstettener Gemeinderates, dort ging es am Mittwoch um die Frage, wie es mit dem Christkindlmarkt weitergehen soll. Zumindest in einem war man sich schnell einig: Wo es mit dem Budenzauber auf keinen Fall weitergehen soll. Der wird nämlich heuer ganz sicher nicht am Baldhamer Marktplatz stattfinden.

Dorthin war der Christkindlmarkt im Jahr 2014 umgezogen, davor wurden die Buden immer im jährlichen Wechsel vor dem Rathaus in Vaterstetten und am Baldhamer Bahnhofplatz aufgebaut. Den Umzug auf die andere Seite des Bahnhofes hatte der damalige Bürgermeister Georg Reitsberger angeregt. Damit sollte der in der Vergangenheit auch schon gelegentlich als "Platz des himmlischen Friedens" bezeichnete Marktplatz belebt werden. Wie so viele andere Versuche in diese Richtung, war indes auch diesem kein Glück beschieden. Bereits nach dem ersten Mal am neuen Ort zeigten sich die Besucher verschnupft - einige wohl ganz wörtlich, denn der zugige Marktplatz ließ keine gemütliche Stimmung aufkommen. Dennoch hielt man in den kommenden Jahren an dem Standort fest - lediglich vergangenes Jahr blieb wegen Corona der Baldhamer Marktplatz Christkindlmarkt-frei.

Und das soll er auch künftig bleiben, forderte nun die Grünen-Fraktion im Gemeinderat. Sie hatte zunächst den Antrag gestellt, den Markt heuer einfach wieder vor dem Rathaus stattfinden zu lassen. Ein Konzept für die kommenden Jahre solle dann ein Arbeitskreis beraten. Mittlerweile seien aus der Bevölkerung aber weitere Ideen und Vorschläge eingegangen, wo der Markt stattfinden könne, so Grünen-Fraktionssprecher Axel Weingärtner in der Sitzung. Daher wolle man vorerst nur beantragen, dass der Christkindlmarkt nicht mehr am Baldhamer Marktplatz stattfinden soll. Wie und wo dann, solle der Arbeitskreis bereits für diese Saison festlegen.

In dem Arbeitskreis sollen gemäß der Fraktionsstärken drei Mitglieder der CSU-Fraktion, je zwei von SPD und Grünen und je ein Fraktionsmitglied der Freien Wähler und der FDP sitzen. Außerdem Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU), jemand vom Veranstaltungsmanagement der Gemeinde und Vertreter der örtlichen Vereine. Besonders letzteres sei wichtig, so Weingärtner, denn das früher rege Engagement der Vereine sei "leider etwas zurückgegangen", seit der Markt am Marktplatz stattfinde.

Dass das insgesamt keine gute Idee gewesen war, bekräftigte auch CSU-Fraktionssprecher Michael Niebler: "Wir müssen erkennen, dass der Christkindlmarkt am Baldhamer Marktplatz den Charakter am Rathaus nicht erreicht hat." Weshalb seine Partei eine Verlegung sogar in ihr Programm zur Gemeinderatswahl aufgenommen hatte. Dass man nun ergebnisoffen über die Zukunft des Marktes beraten wolle, sei positiv, Niebler mahnte aber auch zur Sorgfalt: "Der nächste Schuss muss sitzen." Wenn es zukunftsfähig sein soll, dürfe der Christkindlmarkt "kein Wanderzirkus" werden. Bürgermeister Spitzauer lobte besonders den Vorschlag, die Vereine mehr einzubeziehen: "Ich würde mir wünschen, dass so etwas in Baldham und Vaterstetten mehr wie in den Ortschaften läuft", wo viele Veranstaltungen durch die Eigenleistung der Vereine erst möglich würden.

Etwas Diskussionsbedarf gab es noch bei der Frage, wie groß der Arbeitskreis werden soll. Die Grünen hatten drei Vertreter aus dem Vereinsleben vorgeschlagen. Josef Mittermeier (SPD) plädierte für eine Erweiterung: "Es sollen keine 20 werden, aber je mehr Ideen kommen, desto besser." Allerdings gelte für Arbeitskreise, gab Ilona Dreier (CSU) zu bedenken: "Je mehr drinsitzen, desto schlimmer wird es." Auch Renate Will (FDP) warnte davor, dass ein zu großer Arbeitskreis nicht mehr arbeitsfähig sei. Spitzauer schlug als Kompromiss vor, dass man zwischen drei und fünf Vereinsvertreter in den Arbeitskreis aufnehmen solle. Dies und das Ende des Standortes Baldhamer Marktplatz wurde ohne Gegenstimmen beschlossen.

© SZ vom 25.06.2021/aju
Zur SZ-Startseite
Technische Universität München eröffnet Institut für Ethik in der Künstlichen Intelligenz (IEAI), 2019

Christoph Lütge und Coronaleugner
:"Er hat die Wissenschaft komplett negiert"

Bei einer Debatte in Vaterstetten werden Teilnehmer auf dem Podium von Zuschauern beschimpft. Mittendrin der umstrittene TU-Professor Christoph Lütge. Nun geht es auch um die Frage: Hat die VHS den "Querdenkern" eine Bühne geboten?

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB