Für manche geht eine Vorweihnachtszeit ohne „Der kleine Lord“ gar nicht, andere lesen jeden Abend in der „Weihnachtsgeschichte“ von Charles Dickens. Die SZ Ebersberg hat für ihre diesjährige Adventsserie Menschen aus dem Landkreis gefragt, worauf sie im Dezember nicht verzichten können.
Thomas Huber nennt als seinen allerliebsten Weihnachtsfilm tatsächlich einen absoluten Klassiker, denn: Als sein mittlerweile erwachsener Sohn noch ein Kind war, sperrte Papa Tom sich am 23. Dezember immer im Wohnzimmer ein, um den Christbaum zu schmücken. „Wie der Baum genau aussah, das sollte bis zum Heiligen Abend eine Überraschung bleiben.“ Weil es allein im Wohnzimmer immer etwas einsam war, machte Huber den Fernseher an. „Da lief am 23. immer ‚Der kleine Lord‘.“ Und diese Tradition sei ihm geblieben, mittlerweile ganz unabhängig davon, ob der Baum schon am 22. oder erst am Vormittag des 24. Dezembers geschmückt wird. „Da sind die Mediatheken und Streaminganbieter von heute schon von Vorteil“, scherzt der Grafinger Landtagsabgeordnete.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Frances Hodgson Burnett und erzählt die Geschichte des kleinen Cedric Errol, der nach dem Tod seines Vaters überraschend das Erbe eines britischen Lords antritt. Doch das Vermögen ist nur eine Seite des Vermächtnisses – Cedric erbt auch Verantwortung.
„Für mich ist der Film eine wunderbare Geschichte übers Zusammenkommen von Jung und Alt“, sagt Huber: Mit seinem wohlwollenden Charakter zeige Cedric, wie ein einzelner Mensch mit einem werteorientierten Verhalten das Leben anderer verändern könne. „Aus dem griesgrämigen, ja fast verbitterten alten Lord wird im Verlauf des Films ein fürsorglicher, großzügiger Mann. Man kann also auch störrische Menschen zum Besseren verändern, wenn man es auf die passende Art und Weise anzupacken versteht.“
Hubers schöner Bogen zur Weihnachtszeit: „In der Zeit steht das Geben und Teilen im Vordergrund – aber eben nicht nur im materiellen Sinn, sondern auch im emotionalen und spirituellen.“ Der kleine Cedric verkörpere den kindlichen Glauben an das Gute im Menschen und an die Kraft des Mitgefühls. „Der kleine Lord hilft uns, das nicht zu vergessen.“


