Wegen SanierungsbedarfSprudelnde Kosten

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Eigentlich wollte der Markt Kirchseeon seinen Wasserpreis bereits heuer erhöhen. Der Aufschlag wird nun um ein Jahr verschoben, dürfte aber mit bis zu 50 Cent mehr pro Kubikliter dafür umso höher ausfallen

Von Andreas Junkmann, Kirchseeon

Dass grüne Zahlen in kommunalen Bilanzsummen auftauchen, ist in diesen Pandemie-Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Im Jahresabschluss des Kirchseeoner Wasserwerks hat sich nun aber eine eben solche eingeschlichen. Allerdings datiert das Plus von rund 192 000 Euro aus dem Vor-Corona-Jahr 2019 und liegt vor allem darin begründet, dass die Gemeinde auf eigentlich notwendige Investitionen vorerst verzichtet hat. Diese betreffen vor allem die Sanierungen der in die Jahre gekommenen Wasserleitungen - und lassen sich entsprechend nicht mehr allzu lange aufschieben. Das wiederum bedeutet, dass die Bilanzsummen der kommenden Jahre eher die Farbe rot annehmen werden. Und auch die Kirchseeoner Bürger werden künftig wohl tiefer in die Tasche greifen müssen, denn der Wasserpreis dürfte vom nächsten Jahr an deutlich steigen.

Das zumindest kündigte der kaufmännische Werksleiter des Kirchseeoner Wasserwerks, Robert Ess, in der jüngsten Ausschusssitzung an. Die anstehenden Sanierungen der Wasserleitungen könnten mit dem derzeitigen Preis von 1,40 Euro pro Kubikliter nicht finanziert werden. "Deshalb ist spätestens ab dem nächsten Kalkulationszeitraum mit einem deutlichen Anstieg der Wasserverbrauchsgebühren zu rechnen", so Ess. Als Größenordnung nannte der Werksleiter eine Erhöhung um 50 Cent pro Kubikliter. Wie groß die Steigerung tatsächlich ausfällt, wird sich aber erst im Laufe des Jahres zeigen.

Eigentlich war eine Preiserhöhung bereits für heuer vorgesehen, doch die Kirchseeoner bekommen noch ein Jahr Aufschub. Grund dafür ist, dass noch nicht feststeht, wie es mit dem Bau eines neuen Brunnens oder der Einführung eines Notverbundes am Ort weitergeht, wie Ess erklärte. Für diese Maßnahme kalkuliert das Wasserwerk mit Kosten von rund drei Millionen Euro, verteilt auf zwei Jahre. Da in 2020 aber keine Gelder abgerufen werden mussten, hat sich auch die Preissteigerung verschoben. Diese allein wird indes nicht ausreichen, um die teure Investition zu stemmen. Deshalb wird das Wasserwerk Kredite aufnehmen müssen, für 2021 sind 750 000 Euro vorgesehen. Entsprechend wird sich auch die Verschuldung in den kommenden Jahren erhöhen - von derzeit rund 878 000 Euro auf etwa 3,2 Millionen Euro Ende 2024.

Neben einem neuen Brunnen oder dem Notverbund schlagen auch die Kosten für Sanierungsmaßnahmen zu Buche. Durch die Kreditaufnahme und den erhöhten Wasserpreis ist es laut Robert Ess möglich, in 2023 oder 2024 die Wasserleitungen für die Straßen Am Bahnsteg und Am Dachsberg in Angriff zu nehmen. Die Sanierung der Leitung in der Osterseeoner Straße mit Kosten von rund 200 000 Euro müsse aber voraussichtlich weiterhin auf die kommenden Jahre verschoben werden, so der Werksleiter.

Dennoch wolle man das Wassernetz der Gemeinde künftig genauer im Blick haben, wie Bürgermeister Jan Paeplow (CSU) in der Sitzung sagte. Geplant sei, einen Sanierungsplan für die teils recht alten Rohre zu erstellen. "Damit sind wir dann für die Zukunft gut aufgestellt", so der Rathauschef. Warum man das nicht schon viel früher gemacht habe, wollte indes Gemeinderätin Susanne Höpler (Grüne) wissen. Das, so Paeplow, sei eben eine "finanzielle Frage" gewesen. Und um eben diese zu lösen, werden die Kirchseeoner Bürger von 2022 an wohl einen stärken Beitrag als bisher leisten müssen.

© SZ vom 20.02.2021 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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