bedeckt München
vgwortpixel

Wegen Einsturzgefahr:Kletterer am Abgrund

Markt Schwaben schließt ohne Vorwarnung DAV-Trainingshalle

Vom Seilpartner im Stich gelassen zu werden ist für einen Kletterer die größte anzunehmende Katastrophe. Für den Markt Schwabener Alpenverein fühlt es sich Ende März beinahe so an: Grund ist, dass die Gemeinde der DAV-Sektion ohne Vorwarnung die Kletterhalle schließt und ein Betretungsverbot ausspricht. 1700 Mitglieder des zweitgrößten Vereins im Ort müssen für unbestimmte Zeit auf ihr Trainingsgelände verzichten. Es kommt zu mehreren Treffen der Vereinsvorstände mit Gemeindevertretern und Bürgermeister Georg Hohmann, die aber ohne Ergebnis enden. Negativhöhepunkt aus Sicht der Sektion ist ein Freitag Mitte April, an dem die Vereinsführung einen Brief mit der fristlosen Kündigung der Gemeinde für das Klettergelände erhält.

Hintergrund ist die Befürchtung der Gemeinde vor einer möglichen Haftung bei Unfällen aufgrund von Sicherheitsmängeln. Bis zur Schließung hatte die Markt Schwabener Verwaltung dort jahrelang ein Gelände betrieben, dass nicht zum Klettern genehmigt war, sondern zum Klären - eben eine Kläranlage. Dieser Umstand fiel den Verantwortlichen in Markt Schwaben auf Hinweis des Landratsamtes im Frühjahr 2019 auf.

Gut vier Wochen dauert der Zoff, ehe es Ende April zur Aussprache kommt. Eine Elefantenrunde mit Vertretern des Ebersberger Landratsamts, des Markt Schwabener Rathauses und einem Sprecher der Kreisfeuerwehr räumt die Bedenken aus und beschließt, das Gelände im Flächennutzungsplan von einer Kläranlage in ein Sportareal umzuwandeln. Am 1. Mai 2019 kommt es zur Wiedereröffnung.

© SZ vom 27.12.2019
Zur SZ-Startseite