Wasserburg:Zum Verstehen anregen

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Museum Wasserburg stellt Werke von Willi Ernst aus

Auf einem Spaziergang durch die Innenstadt von Wasserburg wird man den Werken von Willi Ernst mehrfach begegnen. Jedoch bleiben sie dabei oft unbemerkt. Denn der Bildhauer schuf Arbeiten, die ihren Betrachter nicht überwältigen, sondern ihn zum Schauen und Verstehen anregen sollen. 33 Jahre nach dem Tod des Künstlers erinnert das Museum Wasserburg nun mit einer Sonderausstellung an Willi Ernst: Drei Ausstellungseinheiten stellen den Menschen, den Künstler und den langjährigen Leiter des Museums Wasserburg vor.

Auf einem Rundgang durch Willi Ernsts Zeit als Künstler kann die Entwicklung seines persönlichen Stils - beginnend mit der Lehrzeit bei Steinmetz Anton Woger Senior in Wasserburg - nachvollzogen werden. Die Studienzeit während des Nationalsozialismus, die Tätigkeit als Holzbildhauer in Oberammergau und die Rückkehr in die Heimatstadt Wasserburg bilden dabei Stationen. Modelle, Skizzen und Originale veranschaulichen die Arbeitsweise des Künstlers. Ein weiterer Teil der Ausstellung ist dem Menschen Willi Ernst gewidmet, der den Zweiten Weltkrieg in Norwegen und Russland erlebte.

Neben seiner Tätigkeit als Bildhauer leitete Ernst von 1959 bis 1980 das Museum und betreute auch das Archiv und die Bibliothek der Stadt Wasserburg. Anhand von Archivalien aus seinem schriftlichen Nachlass möchte die Ausstellung die Herausforderungen dieser nebenamtlichen Tätigkeit verdeutlichen. Dabei werden sowohl die Erfolge als auch die Niederlagen thematisiert, die er während seiner Dienstzeit als Museumsleiter erlebte.

Für seine Arbeiten wählte Ernst stets eine realistische Formensprache. Er wollte eine für alle Menschen unmittelbar verständliche Kunst schaffen und verzichtet daher auf abstrakte Elemente. Da er sich nach seinen Aufträgen richtete, fertigte er zahlreiche Werke zu religiösen Themen an. Charakteristisch für die Arbeiten des Bildhauers ist die innere Ruhe, die sie bei einer längeren Betrachtung ausstrahlen. Während der Ausstellung findet ein Rahmenprogramm statt: Stadtführungen zu Skulpturen und Brunnen; Ausstellungsführungen; Angebote für Schulkassen.

Die Eröffnung ist am Dienstag, 21. Juli, um 20 Uhr. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 18. Oktober, immer dienstags bis sonntags geöffnet.

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