Wasserburg:Lichtblick am Stoa

Open Air Kino am Stoa in Edling, 2016

Ganz so voll wird es in diesem Sommer im Kino am Stoa wohl nicht sein, aber eine wunderschöne Stimmung verspricht der Ort trotzdem.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

An diesem Freitag startet das Freiluftkino bei Edling mit dem Oscargewinner "Nomadland" in seine 24. Saison

Von Serafina Rumm, Wasserburg

Beim Stoa in Edling geht an diesem Freitag, 18. Juni, endlich wieder das Licht an: Das Freiluftkino, das das Wasserburger Lichtspielhaus Utopia rund um den Findling jeden Sommer bietet, geht in seine nächste, die bereits 24. Saison. Trotz Corona. Es sei zwar schwierig gewesen, etwas über die Modalitäten in Erfahrung zu bringen, erzählt Kinobetreiber Rainer Gottwald, doch letztlich habe ihm das Landratsamt Rosenheim eine Öffnung dank niedriger Inzidenzen bestätigt. "Das war echt ein Lichtblick."

Das Utopia in Wasserburg ist nun schon seit sieben Monaten geschlossen. Im vergangenen Jahr war der Saal nur drei Monate, von August bis Ende Oktober geöffnet, wie Gottwald berichtet. Seitdem lebe das Kino an der Herrengasse von Rücklagen. Bereits im Sommer 2020 hatte sich der Edlinger vor allem auf die Öffnung des Freiluftkinos am Stoa konzentriert, wo am Ende der Saison bis zu 350 Besucher zur Vorstellung im Rund Platz nehmen durften.

Heuer schien die Lage für beide Filmtheater lange Zeit ziemlich festgefahren: Seit dem 10. Mai dürfen Kinos in Innenräumen zwar bei einer gleichbleibenden niedrigen Inzidenz wieder öffnen, doch das Utopia bleibt vorerst geschlossen. "Die Auflagen sind uninteressant", so der Kinobetreiber.

Also konzentriert er sich nun auf das Programm unter freiem Himmel - mit Abstand und einer begrenzten Besucherzahl. 250 Gäste dürften vorerst in das Freiluftkino, so Gottwald, das Procedere werde mit dem im vergangenen Jahr vergleichbar sein. Damals startete der Betrieb zunächst mit hundert Gästen und unter bestimmten Hygienemaßnahmen: Hände desinfizieren, Kartenreservierung von zuhause aus, Bezahlung an der Abendkasse, Abstandhalten und Maskenpflicht bis zum Sitzplatz. Und so wird es auch dieses Jahr sein. Etwas Normalität ist trotzdem geboten: Vor der Vorstellung gibt es kleine Speisen aus der Region, und am Wochenende sogar einen Biergartenbetrieb.

Den Auftakt der Freiluftkinosaison am Stoa macht an diesem Freitag, 18. Juni, der dreifache Oscargewinner und mehrfach ausgezeichnete Film "Nomadland" von Chloé Zhao. Am Samstag, 19. Juni, wird Peter Ludwigs neuer Film "Corona Wasserburg" gezeigt, eine Dokumentation über das erste Pandemiejahr in der Stadt am Inn. Der Biergarten am Stoa wird zum ersten Mal am Sonntag, 20. Juni, um 16 Uhr öffnen. Nach Speis und Trank spielen an diesem Tag Die Landlergschwister fesche Musik: "Landler, Zwiefache, Gstanzln und Wirtshausklassiker, so wie sie sich gehören, rau, schräg, mit/ohne Megaphone und laut", so die Eigenreklame der Band. "Eine Watsch'n für all diejenigen Verbrecher, die diese Musik wie eine todgeweihte Sau durch die Dörfer einer virtuellen Fernseh-Voralpenidylle treiben." Nach dem Konzert läuft dann "Was weg is, is weg", das Regiedebüt von Christian Lerch (Autor von "Wer früher stirbt, ist länger tot"): "eine einzigartige Mischung aus urbayerisch und universell, ein Feldweg-Roadmovie, eine Hochspannungs-Komödie und ein zartbitterer Familienspaß".

Für weitere Tonkunst ist bereits gesorgt: Neben einigen DJs spielen Bands wie Quadro Nuevo (12. Juli), Immer Gut Aufgelegt (18. Juli), Jeremiah's Life & Death Blues Orchestra (25. Juli), Der Nino aus Wien & Band (31. Juli) oder G.Rag Y Los Hermanos Patchekos (1. August). Das Kinoprogramm indes ist noch nicht sonderlich gut gefüllt. "Es sind noch nicht alle Filme drin", erklärt Gottwald. In den ersten vier Wochen gebe es aber jeweils von Mittwoch bis Sonntag, später dann täglich eine Vorstellung im Freiluftkino. Obgleich ein besonderer Termin - Bilder mit Livemusik - schon jetzt im Spielplan zu finden ist: Am 11. Juli spielt zu Peter Ludwigs Dokumentaraufnahmen aus verschiedenen Städten, welche zu verwirrenden und berührenden Erinnerungsfetzen montiert sind, das Ensemble Tango à Trois Ludwigs zwölfteilige Suite "Vier Jahreszeiten".

Alle Infos und Tickets unter www.kino-utopia.de. Der Eintritt kostet neun Euro (ermäßigt acht Euro), bei Konzerten teilweise mehr. Der Biergartenbetrieb beginnt jeweils um 16 Uhr, es ist jedoch eine Anmeldung erforderlich. Die Filme starten bei Einbruch der Dunkelheit, zwischen 21 und 21.30 Uhr.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB