bedeckt München

Von Betreuung bis Sozialstunden:Neuer Name, alte Arbeit

Nachfolgeverein für Jugendhilfe "Brücke Ebersberg" steht fest

Von Andreas Junkmann, Ebersberg

Mit dem Aus der Brücke Ebersberg zum Jahresende drohte dem Landkreis einer seiner wichtigsten Sozialvereine wegzubrechen. Nun gibt es gute Nachrichten: das Angebot der Jugendhilfsorganisation wird fortgeführt. Dazu ist ein neuer Verein ins Leben gerufen worden, der sich von seinem Vorgänger eigentlich nur in einem Detail unterscheidet. Künftig werden Aufgaben - etwa die jugendrichterlichen Weisungen oder das Projekt der niederschwelligen Hilfen - nicht mehr von der Brücke Ebersberg übernommen, sondern von der Brücke Landkreis Ebersberg. Nach und nach werden dem neuen Verein nun die Angebote der Vorgängerorganisation übertragen.

Mit dem neuen Vereinsnamen geht auch ein Wechsel in der Geschäftsführung einher. Auf Ernst Weinzierl folgt Bärbel Baumann, die in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Ebersberger Kreistag nochmals die Arbeit der Organisation vorstellte. Diese besteht im Wesentlichen aus zwei Säulen: der Umsetzung der jugendrichterlichen Weisungen und dem Angebot der niederschwelligen Hilfen. Bei ersterem werden straffällig gewordene Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 21 Jahren an Einsatzstellen zum Ableisten ihrer Sozialstunden vermittelt. Dadurch sollen "junge Menschen ein Bewusstsein für ihr Fehlverhalten entwickeln, Wiedergutmachung leisten und Verantwortung für sich und andere übernehmen", wie es vom Verein heißt.

Bei den niederschwelligen Hilfen dagegen übernimmt der Verein die Verantwortung für die Jugendlichen. Das umfasst zum Beispiel eine Betreuung im persönlichen und familiären Bereich, Unterstützung bei der schulischen oder beruflichen Integration oder auch Hilfe bei finanziellen Notlagen. "Die Unterstützung soll möglichst unbürokratisch sein und ohne große Anträge auskommen", wie Baumann sagte. Angestrebt werde eine längerfristige Betreuung der Hilfsbedürftigen vom Kindes- bis in das Erwachsenenalter.

Dafür kann die Geschäftsführerin auf das erfahrene Personal des Vorgängervereins zurückgreifen, das in die Brücke Landkreis Ebersberg übernommen wird. Vom Landkreis wird auch die neue Organisation finanziell unterstützt. Für das Jahr 2021 bewilligte der Jugendhilfeausschuss ein Gesamtbudget von rund 377 000 Euro. Alle seien froh und dankbar, dass es eine Fortsetzung der Brücke gibt, sagte Landrat Robert Niedergesäß (CSU). "Wir sind glücklich darüber, dass die Brücke weiterhin Brücken schlägt."

© SZ vom 16.10.2020
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema