Auftakt am Freitag Geht's jetzt wieder zur Sache auf dem Grafinger Volksfest?

Auch ganz offiziell geboxt wird wieder - wie hier beim Volksfest 2016. Diesmal tritt die DJK Bavaria Rosenheim gegen den BC Unterberger Tirol an.

(Foto: Christian Endt)

Nach der Lockerung der Volksfest-Regeln in Grafing stellt sich die Frage, ob es wie 2018 ruhig und friedlich bleibt. Vieles spricht dafür, aber nicht alles.

Von Korbinian Eisenberger, Grafing

Am Freitag beginnt in Grafing das 54. Grandauer Volksfest und wie fast jedes Jahr steht die Frage im Raum: Wie wild wird es diesmal? Sie muss gestellt werden, weil dem Grafinger Volksfest zeitweise ein gewisser Ruf vorauseilte: einer jener Orte zu sein, wo im Dunstkreis von Bierzelt und Karussell verlässlich Schlägerein und Saufexzesse zu erwarten sind. Oder wie man am Stammtisch sagen würde: Gegen Grafing ist das Rosenheimer Herbstfest ein Kindergeburtstag. Diesen Ruf hatte Grafing zuletzt zwar abgelegt, vor fünf Wochen wurden jedoch die Regeln für das Volksfest gelockert. Geht's jetzt wieder zur Sache?

Bisher galt in Grafing eine schärfere Volksfestverordnung als anderswo, der Grafinger Stadtrat hat dies vor Jahren eingeführt. Für Jugendliche unter 16 Jahren ohne Begleitung eines Elternteils galt deswegen bis zuletzt ein Aufenthaltsverbot auf dem Festgelände nach 20 Uhr. Anfang April hat der Grafinger Stadtrat die Volksfestverordnung nun wieder gelockert - und das Festplatz-Verbot für Unter-16-Jährige nach 20 Uhr aufgehoben.

Wird diese Lockerung nun zum Problem? Das Grafinger Rathaus und auch die Polizei Ebersberg sind vom Gegenteil überzeugt. Beide sehen keine Notwendigkeit mehr für eine Regelung, die schärfer ist als die landesweit übliche. "Insbesondere die guten Erfahrungen des letztjährigen Sicherheitskonzepts unter Beteiligung von Jugendschutz, Polizei und Security erlauben eine Lockerung der Volksfestverordnung", lautete die gemeinsame Begründung, die den Stadtrat bei der Abstimmung im April überzeugte.

Eine Grafinger Zusatzmaßnahme, die Wirkung zeigte

In Grafing gibt es seit vergangenem Jahr eine Zusatzmaßnahme, die weit über die Volksfestverordnung hinaus geht. 2018 führten Stadt und Polizei ein neues Kontroll-System für die knapp zweiwöchige Volksfestzeit in Grafing ein - mit Streifenwagen-Patrouillen im Innenstadtbereich, permanenten Einlass-Checks am Zelt und einem Stand der Caritas, wo Essen und alkoholfreie Getränke an Jugendliche verteilt wurden. An diesem Konzept hält Grafing auch dieses Jahr fest. Und so sind sie dort guter Dinge, dass die Saufgelage von Minderjährigen auf dem Volksfest in den Griff zu kriegen sind, und dass im Bierzelt keine Schläge mehr verteilt werden.

Fast keine. Grafings Bürgermeisterin Angelika Obermayr (Grüne) ist beim Anzapfen zuletzt durchaus schlagfertig gewesen, vergangenes Jahr reichten ihr drei Versuche, am Freitag um 18.30 Uhr wird sie das Grafinger Volksfest zum fünften Mal eröffnen. Der Mass-Preis in Grafing liegt dieses Jahr bei 8,60 Euro, das sind 30 Cent mehr als 2018, eine Steigerung von 3,6 Prozent, aber immer noch 2,70 Euro weniger als 2018 auf dem Oktoberfest.

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Bierkistenschlepper aus irischen Pubs

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Zu den hiesigen Highlights zählt die 19. Grafinger Schafkopfmeisterschaft am Samstag, 25. Mai (13.30 Uhr), die Meisterschaft der Steinheber am Donnerstag, 30. Mai (11.30 Uhr), und der Boxkampf am Sonntag, 2. Juni (10.30 Uhr) - wobei das Publikum nicht mitboxen soll, um der Polizei Ärger zu ersparen. Professionelle Sparfüchse sollten sich den Dienstag, 28. Mai, im Kalender anstreichen, von 18 Uhr an gibt's die Mass Bier und das Hendl zum reduzierten Preis von jeweils 5,90 Euro. Das Mittagsangebot von 5,90 Euro für jedes Hauptgericht auf der Karte gilt täglich von 12 bis 14 Uhr.

Das Grafinger Volksfest beginnt am Freitag, 24. Mai, um 18 Uhr mit dem Einzug des Spielmannszugs und endet am Dienstag, 4. Juni. Details unter www.grandauer-volksfest.de/programm/

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