Verkehrsprojekte Kreis plant Straßentausch

Zwischen Moosach und Glonn will der Landkreis entlang des alten Bahndamms einen Radweg bauen.

(Foto: Norbert Neugebauer/OH)

Radwegprojekte bei Grafing sollen vorangebracht werden

Von Andreas Junkmann, Grafing

Wer mit dem Auto unterwegs ist, dem dürfte relativ egal sein, auf welcher Straße er fährt. Aus kommunalpolitischer Sicht ist das aber anders, denn je nachdem, wer für die Stecke zuständig ist - ob Gemeinde, Landkreis oder Freistaat -, muss sich derjenige um den Erhalt kümmern, kann dafür aber auch über Baumaßnahmen entscheiden. Letzteres spielt eine zentrale Rolle bei einem Vorhaben, das der Landkreis schon seit längerem verfolgt: einen Radweg von Grafing-Bahnhof über Moosach nach Glonn. Überlegungen dazu gibt es schon seit den 1970er-Jahren. Jetzt soll das Projekt endlich umgesetzt werden. Und zwar durch einen Griff in die Trickkiste. Demnach will der Landkreis mit dem Freistaat einen Straßentausch aushandeln, um somit Planungshoheit über den Radweg zu bekommen.

"Ich sehe den Tausch der Straßen als Voraussetzung dafür, einen straßenbegleitenden Radweg zu bauen", sagte Landrat Robert Niedergesäß in der Sitzung des zuständigen Ausschusses im Kreistag am Dienstag. Konkret geht es um die Strecke zwischen Moosach und Glonn, die von einer Staatsstraße zur Kreisstraße heruntergestuft werden soll. Im Gegenzug soll der Freistaat das nördliche Teilstück der jetzigen EBE 13 bei der Gemeinde Bruck bekommen. Dadurch könne man die Grundlage für das Radwegeprojekt schaffen, so der Landrat.

Dass eine Umstufung der beiden Straßen zeitnah Sinn mache, bestätigte auch Matthias Kreuz vom zuständigen Straßenbauamt Rosenheim. Die Strecke Moosach/Glonn sei für eine Staatsstraße ohnehin weit unterdurchschnittlich belastet. "Eigentlich ist der ganze Abschnitt sogar eher eine Gemeindestraße", so Kreuz, der sich dafür aussprach, den Tausch noch in diesem Jahr fix zu machen. Die Änderungen würden dann zum Januar 2020 greifen.

Einen größeren finanziellen Nachteil aus dem Straßenroulette hätten weder der Landkreis, noch der Freistaat. Beide Straßen seien weitestgehend saniert und deshalb in einem ähnlich guten Erhaltungszustand. "Ich sehe da kein Risiko", so Kreuz. Wer wem am Ende was zu bezahlen hat, müsse eine genaue Bewertung aber erst noch ergeben.

Einen Knackpunkt an der ganzen Sache gibt es aber noch: Der Landkreis hätte auch gerne entlang der jetzigen EBE 13 einen Radweg. Wenn die Straße in Staatsbesitz übergeht, droht dieses Vorhaben jedoch zu scheitern, "denn der Freistaat wird dort sicher keinen Radweg bauen", so Landrat Niedergesäß. Der Landkreis will sich deshalb einen Option zusichern lassen, den Fahrradweg trotz Staatsstraße umsetzen zu dürfen. Dafür sprachen sich die Kreisräte ebenso einstimmig aus, wie für die Übernahme der Staatsstraße in das Kreisstraßennetz.

Dort soll nun in enger Zusammenarbeit mit dem Naturschutz ein Konzept entwickelt werden, wie die Trasse verlaufen könnte. Da die Strecke entlang des alten Bahndamms durch teilweise geschütztes Naturgebiet führt, steht aber eines jetzt schon fest: Egal wie der Radweg verläuft, durchgehend asphaltiert wird er nicht sein.