Verkehrspolitik im Landkreis Ebersberg:So schnell geht's nicht

Landratsamt Ebersberg, Petition Frauen Moosach

Bei der Unterschriftenübergabe im Landratsamt: Gabi Stephan, Regine Müller, Landrat Robert Niedergesäß, Heidi Nürbauer, Andrea Hinterwaldner, Burgl Ismaier und Nina Rutschmann (von links).

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

In einer Petition fordern 1028 Menschen Tempo 30 auf der Staatsstraße 2351 zwischen Moosach und Glonn. Der Landrat verspricht zumindest eine Debatte

Von Barbara Mooser, Moosach/Glonn

Die sanften Kurven, die schöne Landschaft, die Route Richtung Voralpenland - das alles führt dazu, dass auf der Staatsstraße 2351 zwischen Moosach und Glonn im Sommer oft einiges los ist. Zu viel für den Geschmack vieler Radfahrer, insbesondere Familien mit Kinder, denen dort der Verkehr außerdem auch viel zu schnell ist. Bereits vor einem Jahr hatte es Überlegungen gegeben, diese Verbindung in eine Fahrradstraße umzuwandeln, eine Kreistagsmehrheit konnte sich allerdings nicht für diese Idee erwärmen. Die "Frauen für Moosach" haben nun online Unterschriften gesammelt, um immerhin Tempo 30 an dieser Strecke sowie am bei Motorradfahrern beliebten Berg bei der Fischzucht Plenagl zu erreichen. Am Dienstag übergaben sie diese nun an Landrat Robert Niedergesäß (CSU).

Von Mitte Juni bis Mitte August hatten die "Frauen für Moosach" im Internet um Unterstützer für ihr Anliegen geworben, den Verkehr auf der etwa sechs Kilometer langen Strecke und dem kurvigen Anstieg langsamer zu machen. Derzeit gilt hier Tempo 60, zumindest von 1. März bis 31. Oktober sollte das nach Ansicht der Initiatorinnen auf 30 Kilometer pro Stunde heruntergesetzt werden. Letztlich unterzeichneten 1028 Menschen die Petition, 797 davon aus dem Landkreis Ebersberg. Auch aus den Nachbargemeinden und sogar aus der Landeshauptstadt gab es etliche Unterschriften für die Initiative. Viele der Unterstützerinnen und Unterstützer machten auch in Kommentaren noch einmal deutlich, warum sie sich für die Verkehrsberuhigung einsetzen: hohe Unfallgefahr, Unsicherheit für Radfahrer, Lärmbelästigungen insbesondere durch Motorradfahrer für Anwohner, auch der Umleitungsverkehr der Autobahn wurde immer wieder genannt.

Die Frauen aus Glonn, Moosach und Grasbrunn, die die Unterschriften im Landratsamt ablieferten, warben auch beim Landrat noch einmal eindringlich für ihr Anliegen - und wiesen darauf hin, dass dieses doch auch im Sinne des Landkreises sein müsse, der eben erst die Zertifizierung zur fahrradfreundlichen Kommune erfolgreich abgeschlossen hat. Regine Müller, Vorsitzende der Frauen für Moosach, sagte, derzeit zögen sich Radfahrer wegen der Unfallgefahr von dieser Strecke zurück, dies könne nicht im Sinne einer Mobilität der Zukunft sein. Sie sei sowohl Auto-als auch Radfahrerin, sagte Gabi Stephan, und deshalb durchaus für ein Miteinander - das aber eben für nicht gefährlich sein dürfe. Die Straße sei einfach nicht ausgelegt für eine hohe Geschwindigkeit, merkte Andrea Hinterwaldner an.

Der Landrat bedankte sich bei den Initiatorinnen der Petition, "es ist uns und mir wichtig zu erfahren, was die Bürger denken", sagte er. Natürlich befahre er die Straße auch bisweilen, das Motorradfahreraufkommen dort sei tatsächlich "bemerkenswert". Allerdings machte Niedergesäß den Frauen auch nicht allzu viel Hoffnung, dass sich der Wunsch schnell erfüllt. Zwar werde gerade über eine Herabstufung der Staatsstraße 2351 zur Kreisstraße gesprochen. Auch eine weitere Herabstufung zur Ortsverbindungsstraße sei diskutiert worden, doch hier müssten dann vier Gemeinden zustimmen, in denen es durchaus unterschiedliche Meinungen dazu gebe.

In der Straßenverkehrsordnung sei Tempo 30 auch auf Kreisstraßen außerorts bisher jedenfalls nicht vorgesehen. Der Landkreis müsse aber auch bei Entscheidungen darauf achten, dass diese rechtssicher seien. "Tempo 30 ist nach jetzigem Stand dort nicht möglich", machte er deutlich. Der Landrat versprach aber, die Petition im zuständigen Ausschuss zu diskutieren. Zudem könnte man auch über eine Temporeduzierung auf 50 sprechen, "das wäre zumindest ein kleiner Fortschritt".

© SZ vom 22.09.2021
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