Verkehr in Poing:Die Radler freut's

Poing - Rund um das Radfahren

2022 sollen am Poinger S-Bahnhof überdachte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder errichtet werden.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Gemeinderäte beschließen das finale Radverkehrskonzept

Von Johanna Feckl, Poing

Nachdem bereits Ende 2020 die Poinger Gemeinderäte einen einstimmigen Grundsatzbeschluss zum Radverkehrskonzept des Ortes gefällt hatten, stimmten sie in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats der vollständigen Ausarbeitung der Pläne zu. Das Radverkehrskonzept ist eine Voraussetzung, damit die Gemeinde als Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) Bayern aufgenommen wird. Für die Poinger Radler gab es aber noch zwei weitere gute Nachrichten, die Bürgermeister Thomas Stark (parteilos) bekannt gab: Zum einen gibt es ab sofort im Fahrrad-Parkhaus am S-Bahnhof eine Fahrrad-Servicestation sowie einen Fahrradschlauch-Automaten. Zum anderen plant die Gemeinde, am Bahnhof sichere und - wo möglich - überdachte Abstellanlagen für Fahrräder zu errichten.

Zur Sitzung am Donnerstagabend war Andreas Bergmann von der "Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr" gekommen. Er stellte den Gemeinderäten die Änderungen und Ergänzungen vor, die sich nach dem Feedback der Gremiumsmitglieder bei seiner vorangegangenen Präsentation im November 2020 ergeben haben. So sollen beispielsweise im Bereich Osterfeldweg/Wildparkstraße Radler künftig durchfahren dürfen - aktuell ist dort die Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten. Der Radverkehr sollte dann auch nicht über die dortige Verkehrsinsel geführt werden, sondern eine eigene Abbiegespur erhalten. Weiterhin schlug Bergmann vor, die Hauptstraße als verkehrsberuhigten Geschäftsbereich, in dem Tempo 20 gilt, zu deklarieren. Zuvor müsste die Umfahrung Am Hanselbrunn fertiggestellt werden und die Hauptstraße zur Gemeindestraße umgewidmet werden. Durch die neue Gleisunterführung am Bahnhof könnte dann eine zusammenhängende Einkaufsstraße für Radler und Fußgänger von der Hauptstraße über die Bahnhofstraße bis hin zur Gruber Straße entstehen.

Die Gemeinderäte waren sich einig, dass die dargelegten Pläne sehr ausführlich sind und lobten dies. Sie waren sich aber auch in einem weiteren Punkt einig: "Wir sollten nicht zu euphorisch sein", sagte etwa Peter Maier (SPD). Viele Vorschläge aus dem Radverkehrskonzept würden Kreisstraßen oder private Grundstücke betreffen - und somit letztlich nicht in der Entscheidungsgewalt der Gemeinde liegen. "Da ist viel Verhandlungsgeschick gefragt", betonte Herbert Lanzl (CSU). In diesem Sinne bat Günter Scherzl (FWG) darum, dass die Verwaltung das Gremium regelmäßig über das weitere Vorgehen informiert, denn "die Planung ist das eine, die Umsetzung das andere". Dem schloss sich Werner Dankesreiter (Grüne) an.

Wolfgang Spieth (FDP) wies darauf hin, dass bereits in der letzten Wahlperiode vor sechs Jahren die Hauptverkehrsstraßen Neufarner, Gruber und Anzinger Straße als große Probleme für Radler herausgearbeitet wurden - dort gibt es keine ausgewiesenen Radwege. Passiert sei seitdem allerdings "eigentlich nichts". Er stellte deshalb einen Zusatzantrag, der die priorisierte Behandlung dieser drei Straßen fordert. Die übrigen Gremiumsmitglieder stimmten dem Antrag ohne Ausnahme zu.

Dass die Gemeinde jetzt nicht nur ein fertiges Radverkehrskonzept vorweisen kann, sondern auch einen Fahrradschlauch-Automaten sowie eine Fahrrad-Servicestation mit Werkzeug, Fahrradpumpe mit Adapter für alle gängigen Ventile sowie eine Aufhängevorrichtung für das Rad besitzt, freute Bürgermeister Stark besonders. "Das ist ja schon ein lang gehegter Wunsch von uns gewesen", sagte er. Bislang scheiterte dessen Umsetzung daran, niemanden für die Wartung der Gerätschaften und das Befüllen des Automaten gefunden zu haben. Der örtliche Fahrradladen "Bike Syndrom" hat sich nun aber dazu bereit erklärt, diese Aufgaben zu übernehmen.

Für die geplanten Abstellanlagen für Fahrräder am S-Bahnhof kooperiert die Gemeinde mit der Deutschen Bahn und dem Bundesumweltministerium im Rahmen der "Bike-Ride-Offensive". Damit werden bis zu 70 Prozent der Kosten vom Bund übernommen. Die Umsetzung des Vorhabens soll nach der aktuell laufenden Umgestaltung zu einem barrierefreien Bahnhof erfolgen, voraussichtlich also ab Dezember 2021.

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