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Vaterstettener Verkehrsausschuss:Kinder sollen sicherer zur Schule kommen

Schulkinder in München, 2017

Unsichere Situationen auf dem Schulweg sollen weitgehend entschärft werden, so der Plan.

(Foto: Stephan Rumpf)

Bei der Verkehrsschau werden neue Ampelkreuzungen und Fußgängerüberwege angeregt. Vieles davon wird nun umgesetzt

Die Großgemeinde soll sicherer werden, jedenfalls auf den Straßen. Anfang Juli gab es darum eine Verkehrsschau mit Vertretern der Gemeinde, des Landratsamtes, der Polizei, der Schulen und der Agenda Verkehr. Mehrere Maßnahmen wurden dort angeregt und nun auch im Verkehrsausschuss des Gemeinderates auf den Weg gebracht. Die meisten Veränderungen betreffen die Schulwegsicherheit.

Denn mit der neuen Schule, die im Herbst eröffnen soll, wird es auch neue Schulwege geben, etwa in der Heinrich-Marschner-Straße auf Höhe Lortzingstraße. Auf der vergangenen Bürgerversammlung gab es darum einen Antrag, dort eine Bedarfsampel zu errichten, wie es sie schon weiter südlich an der Kreuzung zur Johann-Strauß-Straße gibt. Diese sei möglich, so die Vertreter von Landratsamt und Polizei. Allerdings müsse morgens vor Schulbeginn dort zusätzlich noch ein Schulweghelfer Dienst tun. Ebenfalls in der Marschnerstraße, diesmal am nördlichen Ende, soll es eine weitere Verbesserung für Fußgänger, insbesondere solche auf dem Schulweg geben. Bereits vor zwei Jahren wurde die Kreuzung zur Johann-Sebastian-Bach-Straße provisorisch umgebaut, die Autos sollen so beim Abbiegen weniger nahe an den Fußgängern vorbeifahren. Nun sollen die provisorischen zu dauerhaften Straßenbegrenzungen werden, außerdem wird die Haltelinie so weit in die Marschnerstraße zurückgesetzt, dass ein Schülerlotsenübergang davor Platz hat.

Einen neuen Weg gibt es von Herbst an auch für Schüler der neuen Grundschule, wenn sie nachmittags den Hort in der dann ehemaligen Schule in der Gluckstraße besuchen. Dazu werden voraussichtlich einige durch die Kleingartenanlage im Zornedinger Weg oder durch den Fußweg im Sportzentrum zur Gluckstraße gehen. Damit sie dort auch von den Autofahrern gut gesehen werden, soll am nördlichen Ende der Gluckstraße ein absolutes Halteverbot mit dem Zusatz "Rettungsweg" eingerichtet werden. "Dadurch kostet Falschparken gleich 30 Euro", erläuterte Manfred Weber vom Bauamt. Außerdem kommt an die Zufahrt zum Sportzentrum ein Sperrpfosten, auch ein Findling soll aufgestellt werden. Langfristig könnte der ganze Bereich zur Fahrradstraße umgewidmet werden. Da sich mit der neuen Schule auch die Sprengel ändern, werden mehr Kinder aus Richtung Norden erwartet. Darum soll an der Carl-Orff-Straße, wo der Gehweg die Baldhamer Straße quert, der Fußgängerübergang mit einer provisorischen Mittelinsel sicherer gemacht werden.

Vorerst auf einen Umbau verzichtet werden soll dagegen in der Johann-Sebastian-Bach-Straße vor dem dort ansässigen Sanitärbetrieb. Dort, so war es in der Vergangenheit auch schon Thema im Ausschuss, könnten parkende Lieferwagen den Schulweg blockieren. Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) hatte darum angeregt, den Gehweg und die Parkplätze umzubauen. Eine Idee, der die Teilnehmer der Verkehrsschau indes nicht folgten: Polizei und Landratsamt verwiesen darauf, dass das Parken auf den Gehwegen ohnehin nicht gestattet ist, die Schulleitung bat um zusätzliche Verkehrskontrollen in dem Bereich. Ansonsten solle man die Situation nach Eröffnung der Schule zunächst beobachten, bevor eventuell doch umgebaut wird. Dem stimmte auch der Ausschuss zu.

Beseitigt werden soll dagegen ein schon länger bestehendes Ärgernis für Friedhofsbesucher und für Anlieger in der Friedenstraße: Die dort immer häufiger parkenden Lastwagen. Bereits im März hatten die Grünen ein Lkw-Parkverbot im Bereich vor dem Friedhof beantragt, dem stimmten die Teilnehmer der Verkehrsschau nun zu, genau wie der Ausschuss. Demnach soll auf der Westseite der Friedenstraße zwischen Richard-Wagner- und Johann-Sebastian-Bach-Straße ein absolutes Halteverbot für Lkw eingerichtet werden. Das Halteverbot auf der Ostseite, das bislang nur wochentags und vormittags gilt, soll dauerhaft gelten. Kein neues Halteverbot wird es indes in der Zugspitzstraße, Einmündung Haydnstraße geben. Dieses hatten die Anwohner gefordert, laut Polizei ist die vorhandene Kennzeichnung indes ausreichend.

Auch gegen rücksichtslose Radler soll etwas getan werden, und zwar in der Fußgänger und Radfahrerunterführung am Baldhamer Bahnhof. Diese soll künftig offiziell nur noch eine Fußgängerunterführung sein, allerdings mit dem Zusatz "Radfahrer frei". Diese müssten den Fußgängern dann immer Vorrang gewähren. Ein früherer Versuch, dort gegen rabiates Radeln vorzugehen, wird indes wieder abmontiert: die auf dem Boden vor der Treppe und dem Aufzug angebrachten Katzenaugen. Diese seien eine zu große Stolpergefahr, so die Einschätzung.