Vaterstetten Vorwürfe an Bürgermeister Georg Reitsberger

Das Umspannwerk in Vaterstetten soll umziehen, damit an der Stelle ein Gewerbegebiet errichtet werden kann.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Die Vaterstettener SPD fühlt sich bei der Planung des Gewerbegebiets übergangen, vor dem Ausschuss am Dienstag gibt's Stunk. Auslöser: ein Punkt auf der Tagesordnung.

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Die Genossen in der Großgemeinde Vaterstetten werfen Bürgermeister Georg Reitsberger (FW) Wortbruch vor. Hintergrund sind Pläne für die Baugebiete im Norden Vaterstettens. Dort wird bereits groß gebaut, und in den kommenden Jahren dürfte sich daran nichts ändern. Darüber was und wie dort gebaut wird, gibt es aber unterschiedliche Ansichten - die SPD hat stets gefordert, auch Gewerbe in der Gegend anzusiedeln. Nun aber habe man den Eindruck, so die Fraktion in einer Pressemeldung, dass die Verwaltung um Bürgermeister Reitsberger entgegen früherer Zusagen von dem Vorhaben abgerückt ist.

Auslöser für den Ärger bei der SPD ist die Tagesordnung für den Bauausschuss an diesem Dienstagabend. Gleich der erste Punkt - nach Genehmigung der Niederschrift - ist die Umwandlung eines ursprünglich für Gewerbe vorgesehenen Areals westlich der Dorfstraße in ein Wohngebiet. Dies ist schon länger geplant, auch die Genossen, auf deren Initiative die Gewerbeplanung zustande kam, hatten zugestimmt. Denn auf dem Grundstück sollen auch Sozial- und günstige Wohnungen entstehen, was man ausdrücklich begrüße, so Dritter Bürgermeister Günter Lenz.

Allerdings hielt die SPD stets an ihrer Forderung fest, auch in den Kerngebieten der Gemeinde Gewerbe anzusiedeln. Dazu hatte der Gemeinderat im vorvergangenen Jahr beschlossen, am Philipp-Maas-Weg beim Umspannwerk ein Gewerbegebiet zu entwickeln. Wie die SPD nun schreibt, wurde vereinbart, die Umwandlung des Gebietes an der Dorfstraße zusammen mit dem Einstieg in die Bauleitplanung für das neue Gewerbegebiet zu beschließen. Letzterer Punkt fehlt nun allerdings auf der aktuellen Tagesordnung, was SPD-Fraktionssprecher Sepp Mittermeier mit den Worten kommentiert: "Vereinbarungen mit dem Bürgermeister und der Verwaltung sind anscheinend nicht einmal das Papier wert, auf dem sie stehen."

Dass, wie die Verwaltung betont, derzeit keine Bauleitplanung am Umspannwerk möglich sei, weil man sich die entsprechende Flächen noch nicht sichern konnte, will man bei der SPD nicht gelten lassen. Stattdessen vermuten die Genossen, "dass dort ein weiteres großes Wohngebiet entstehen soll". Tatsächlich gibt es entsprechende Pläne, der Eigentümer des Seniorenwohnparks besitzt dort ein großes Grundstück, dass er unter anderem mit Mitarbeiterwohnungen bebauen will. Den Wohnungsbedarf will man bei der SPD nicht bestreiten, allerdings, so warnt Gemeinderätin Maria Wirnitzer, "sollten wir den Bogen nicht überspannen und (...) völlig ungeeignete Flächen in den Fokus nehmen."

Die Sitzung des Grundstücks- und Bauausschusses beginnt an diesem Dienstag, 22. Januar, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.