Wirtschaft im Landkreis EbersbergStartschuss für Raketenfabrik

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Trägersysteme für Satelliten wie dieses will Isar Aerospace von 2026 an in Parsdorf bauen.
Trägersysteme für Satelliten wie dieses will Isar Aerospace von 2026 an in Parsdorf bauen. Claus Schunk

Die neue Produktionsstätte von Isar Aerospace in Parsdorf ist genehmigt, kommendes Jahr soll gebaut werden, 2026 die Produktion beginnen. Etwa 500 Personen werden dort einmal arbeiten.

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

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Der Umzug von Isar Aerospace aus Ottobrunn nach Vaterstetten ist einen Schritt weiter. Für die Produktionshallen in Parsdorf hat der zuständige Ausschuss des Vaterstettener Gemeinderates nun die Baugenehmigung erteilt. Die Firma baut sogenannte „Microlaunchersysteme“, Trägerraketen für kleine und mittelgroße Satelliten, von 2026 an soll dies in der Gemeinde Vaterstetten geschehen.

Entstehen soll die neue Produktionsstätte im Gewerbegebiet Parsdorf III nördlich der Autobahn 94. Dort hat sich in den vergangenen Jahren bereits der chinesische Maschinenbauer Krauss-Maffei – nicht zu verwechseln mit dem Rüstungskonzern Krauss-Maffei-Wegmann – angesiedelt, genau wie der Autobauer BMW. Letzterer hatte in Vaterstetten zunächst nur ein Logistikzentrum geplant, dieses wurde allerdings 2020 um eine Forschungseinrichtung für E-Auto-Batterien erweitert.

Isar Aerospace ist das zweite Unternehmen, das seinen Hauptsitz nach Parsdorf verlegt

Krauss-Maffei hat seine Produktionsstätte samt Firmensitz komplett vom früheren Standort in München-Allach nach Parsdorf verlagert. Im Oktober gab das Unternehmen bekannt, der Umzug sei abgeschlossen, laut eigenen Angaben sind nun am neuen Sitz, neben der Zentrale des Unternehmens, die Abteilungen Spritzgieß- und Reaktionstechnik, 3D-Druck sowie mechanische Fertigung angesiedelt.

Auch Isar Aerospace will neben dem Aufbau einer neuen Produktionsstätte in Parsdorf dort seinen Hauptsitz einrichten, der sich bislang in Ottobrunn im Landkreis München befindet. Geplant ist ein Gebäude mit rund 30 000 Quadratmetern Grundfläche, den größten Teil – rund 28 000 Quadratmeter – wird die Produktionsstätte ausmachen. Weitere rund 2000 Quadratmeter machen die Büros und die Kantine sowie das Pförtnerhaus aus. Der Ottobrunner Standort von Isar Aerospace hat insgesamt lediglich 8000 Quadratmeter.

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Die Raketenbaufirma aus Ottobrunn verlegt ihren Sitz in den Landkreis Ebersberg. Im dortigen Gewerbegebiet Parsdorf soll auch die Produktion von Trägerraketen massiv ausgebaut werden. Andere Gemeinden wie Taufkirchen, die sich Hoffnungen auf den Standort gemacht hatten, gehen damit leer aus.

Von Wieland Bögel und Bernhard Lohr

Der Gebäudeteil, in dem Produktion und Verwaltung untergebracht werden sollen, wird knapp 17,5 Meter hoch, und soll eine Dachterrasse bekommen. Vor dem Gebäude werden 209 Parkplätze entstehen, weitere 91 sollen im Parkhaus für die Firma reserviert werden. Laut Verwaltung sei man bei Isar Aerospace daran interessiert, möglichst viele Stellplätze auf eigenem Grund zu errichten – aus Sicherheitsgründen.

Für die Gemeinde Vaterstetten bedeutet die Baugenehmigung „das letzte Puzzleteil des Gewerbegebietes“, wie Karin Klos vom Bauamt in der Sitzung erklärte. Und das Puzzle wird früher fertig als geplant: Bislang hatte man für das sogenannte „Gebäude D“ mit einer Umsetzung nicht vor 2026 gerechnet. Ursprünglich hätte Krauss-Maffei dort einziehen sollen, 2020 wurde bekannt, dass die Firma das Gebäude wohl doch nicht benötigt.

Bis zu 40 Trägerraketen pro Jahr sollen einmal am Standort Parsdorf gebaut werden

Wer der dritte Nutzer des größten Vaterstettener Gewerbegebietes sein würde, darüber war lange spekuliert worden – bis Anfang Mai der Betreiber VGP und Isar Aerospace den Deal bekanntgaben. Dieser war einigermaßen überraschend, denn neben einer Erweiterung in Ottobrunn war über einen neuen Standort im Osten des Landkreises München spekuliert worden, namentlich die Gemeinden Feldkirchen, Haar und Taufkirchen machten sich Hoffnungen auf eine Ansiedlung des Raumfahrtunternehmens.

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Die Isar Aerospace aus Ottobrunn wird als bedeutsam für den Verteidigungssektor eingestuft. Die Firma baut damit ihre Finanzierung deutlich aus.

Dieses wurde 2018 von drei Studenten der TU München gegründet, zwei Jahre später begann in Ottobrunn die Produktion der Trägerraketen. Diese soll in Parsdorf dann richtig anlaufen, nach eigenen Angaben plant Isar Aerospace den Bau von bis zu 40 Trägersystemen pro Jahr. Diese haben inzwischen auch das Interesse der NATO geweckt: Wie die Firma Ende Juni bekanntgab, habe man einen Zuschuss aus dem „Innovation Fund“ des Verteidigungsbündnisses bekommen.

Am neuen Standort soll es dann vom übernächsten Jahr an richtig losgehen, dafür plant man offenbar auch die Einstellung weiterer Mitarbeiter. Aktuell nennt Isar Aerospace noch die Zahl von 400 Angestellten, im nun eingereichten Bauantrag ist bereits von 500 Beschäftigten am Standort die Rede.

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