Kinder und FamilieEltern reden mit

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Der neu gewählte Vaterstettener Familienbeirat: Bürgermeister Leonhard Spitzauer, Familienreferentin Annabell Wegener, Karina Ward, Katharina Liepelt, Lisa Schott, Laura Merl, Jan-Steffen Fischer, Alexandra Florek, Michael Ott, Nicole Lipp, Ines Frenzel, Anne Haas, Julia Thalmeier, Familienreferentin Bianca Dusi-Färber, Jugendreferentin Theresa Fauth (von links).
Der neu gewählte Vaterstettener Familienbeirat: Bürgermeister Leonhard Spitzauer, Familienreferentin Annabell Wegener, Karina Ward, Katharina Liepelt, Lisa Schott, Laura Merl, Jan-Steffen Fischer, Alexandra Florek, Michael Ott, Nicole Lipp, Ines Frenzel, Anne Haas, Julia Thalmeier, Familienreferentin Bianca Dusi-Färber, Jugendreferentin Theresa Fauth (von links). Gemeinde Vaterstetten/oh

Der neue Familienbeirat der Gemeinde Vaterstetten ist gewählt, dieser soll an den Gemeinderat Empfehlungen und Stellungnahmen abgeben.

Von Wieland Bögel, Vaterstetten

Die Großgemeinde hat ein neues Gremium, das sich um die Anliegen von Familien in Vaterstetten kümmern soll. Den Beschluss dazu hatte der Gemeinderat bereits im Februar gefasst, nun erfolgte die Wahl der Beiratsmitglieder. Das Interesse an einem Sitz im neuen Gremium war durchaus groß, mindestens fünf Leute hätte man gebraucht, beworben haben sich dann insgesamt 16.

Auslöser für die Gründung des Familienbeirates waren die Elternproteste vor knapp zwei Jahren inklusive großer Demo vor dem Rathaus. Damals gab es das Problem, dass in den Kitas wegen Personalmangel Stunden ausfielen und teilweise sogar Gruppen nicht gebildet werden konnten. Mit der Folge, dass viele Eltern ohne Betreuungsplatz für ihre Kinder dastanden.

Der Beirat ging aus einem Gremium hervor, das 2023 Vorschläge zur Vaterstettener Kita-Krise erarbeitet hat

Um diese Krise zu lösen, wurden Gesprächsrunden mit Vertretern der Gemeinde, der Kita-Träger – Vaterstetten betreibt keine der Einrichtungen selbst – und der Eltern einberufen. Dort wurde dann das Vaterstettener Ansparmodell beschlossen, ein Fördertopf für Kitas, in den die Gemeinde, unabhängig vom Abfluss der Mittel, jedes Jahr 400 000 Euro einbezahlt. Verwendet werden kann das Geld weitgehend frei, die Einrichtung kann also ihren Angestellten Boni zahlen, aber auch beispielsweise in ihr Gebäude investieren. Wie viel Geld der Topf maximal ausschüttet, bemisst sich an der Belegung der jeweiligen Einrichtung.

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Ein weiteres Ergebnis der Beratungen war, dass man diese doch regelmäßig und dauerhaft stattfinden lassen sollte – eben in einem regulären Gremium. Man wolle „die nachhaltige Kommunikation erhalten“, wie Bürgermeister Leonhard Spitzauer bei der Abstimmung im Gemeinderat ausführte. Damals wurde auch beschlossen, dass sich der Beirat neben Kita-Themen ganz grundsätzlich um die Anliegen von Familien mit Kindern unter 18 Jahren kümmern soll. Als minimale Größe des Gremiums wurden fünf, als maximale elf Mitglieder festgelegt.

Und mit dieser Größe wird der Familienbeirat auch in seine erste Amtszeit starten: Insgesamt hatten sich sogar 16 Personen um einen Sitz beworben, die elf mit den meisten Stimmen werden nun das Gremium bilden, die fünf anderen sind Nachrücker. Unter anderem wird Ines Frenzel dem Beirat angehören, sie hatte damals die Demo vor dem Rathaus organisiert: „Die Idee, einen Familienbeirat zu gründen, hat uns schon vor der Demo umgetrieben. Umso stolzer sind wir, dass wir bis heute durchgehalten haben und nun heute hier gemeinsam mit der Gemeinde stehen. Wir haben viele Ideen, die wir angehen möchten – von der Verbesserung der Kindergartensituation über beispielsweise die Verschönerung von Spielplätzen bis hin zu gezielten Angeboten für die Jugend.“

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In Vaterstetten gibt es nun ein neues Gremium, das sich um die Belange von Familien kümmern soll. Hintergrund sind die Elternproteste wegen Problemen bei der Betreuung.

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An der Wahl beteiligten sich 61 Delegierte, als solche konnten sich alle Personen ab 16 Jahren bewerben, die in der Gemeinde Vaterstetten wohnen. Automatisch im Gremium sitzen, aber ohne Stimmrecht, Bürgermeister Spitzauer, Jasmin Marussis-Kley, die Leiterin des Amts für Familie, Jugend und Bildung, ein Vertreter der Jugendpflege der Gemeinde sowie die Referenten des Gemeinderates für Familien, Schulen und Jugend, Annabell Wegener, Theresa Fauth (beide CSU), Bianca Dusi-Färber (FW) und Cordula Koch (SPD).

„Ich gratuliere den Mitgliedern des Familienbeirats zu ihrer Wahl und freue mich, dass wir mit diesem Gremium die bereits begonnene, enge Zusammenarbeit auf ein festes Fundament stellen und verstetigen können“, so Bürgermeister Spitzauer. Er dankte allen, die sich zur Wahl gestellt hatten und betonte, dass auch diejenigen, die nicht Teil des Beirats wurden oder sich für die Interessen der Vaterstettener Familien engagieren möchten, immer im Beirat willkommen seien.

„Was wir hier heute geschafft haben, ist eine einmalige, große Chance“, sagte Familienreferentin Wegener. „Wir schreiben Geschichte für Vaterstetten. Es gibt nicht viele Familienbeiräte in Bayern oder Deutschland. Umso stolzer bin ich, dass sich unsere Beharrlichkeit der vergangenen zwei Jahre gelohnt hat und wir heute mit der Wahl des Familienbeirats einen dauerhaften Dialog zwischen Familien und Gemeinde begründen.“

Der neu gewählte Familienbeirat hat eine Amtszeit von drei Jahren und trifft sich am 3. Juni zur konstituierenden Sitzung.

Alle Mitglieder des neuen Vaterstettener Familienbeirates nach Anzahl der Stimmen: Nicole Lipp (40), zwei Kinder, Grafikdesignerin und Familienfotografin, Ines Frenzel (41), zwei Kinder, Anwaltsassistentin, Julia Thalmeier (33), drei Kinder, IT-Projektmanagerin in Elternzeit, Anne Haas (47), zwei Kinder, Juristin, Karin Rosenits-Seilmeier (43), zwei Kinder, Beraterin in einer Fördermittelberatung, Laura Merl (34), zwei Kinder, Bilanzbuchhalterin, Jan-Steffen Fischer (38), zwei Kinder, Verwaltungsbeamter, Michael Ott (49), zwei Kinder, Dipl. Betriebswirt, Alexandra Florek (47), zwei Kinder, Führungskraft bei BMW (Digitalisierungsprojekte), Katharina Liepelt (36), fünf Kinder, Versicherungskauffrau in Elternzeit, Lisa Schott (41), zwei Kinder, Assistentin im Personalbereich einer Versicherung. Als Nachrücker wurden nominiert: Karina Ward (45), zwei Kinder, Psychotherapeutin, Birgit Hoppmann (55), zwei Kinder, Steuerberaterin, Sophie Hintsch (31), ein Kind, Sozialpädagogin, Sandra Pieper (34), zwei Kinder, Erzieherin, Ernst Stegmeier (68), Versicherungsfachmann.

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