Kommende Woche beginnt in der Landeshauptstadt das größte Sportereignis seit den Olympischen Spielen: die aus der Fusion verschiedener Europameisterschaften entstandenen European Championships - und auch in der Großgemeinde werden dann Europas Beste zu sehen sein. Denn Vaterstetten, genauer das Sportzentrum, ist offizieller Trainingsort für die Sportlerinnen und Sportler, die bei der Leichtathletik-EM antreten.
Insgesamt werden sich vom kommenden Donnerstag, 11. August, an etwa 4700 Athleten aus 50 Ländern in München messen. Die meisten der zwölf Disziplinen finden im Olympiazentrum statt, darunter auch die Leichtathletik-Wettkämpfe, die allerdings erst am Montag, 15. August, beginnen. Etwa 1500 Sportlerinnen und Sportler aus 49 Ländern werden sich dann im Olympiastadion messen, insgesamt werden es 50 Wettbewerbe sein - Vorrunden und diverse Halbfinale gar nicht mitgezählt. Laut Julia Walser, Sports & Competition Managerin der Leichtathletik, werden alle daran teilnehmenden Athletinnen und Athleten vom kommenden Freitag an in Vaterstetten trainieren.
Wohnen werden die Athleten aber in München
Die Vorbereitungen dafür laufen bereit; so wurde der Sportplatz an der Verdistraße schon abgesperrt, Schilder weisen darauf hin, dass hier bald das Training für die Leichtathletik-EM stattfindet. Auch das Stadion mit seinen zahlreichen Sportstätten für Leichtathleten wird derzeit für die EM-Teilnehmer hergerichtet. Diese sollen für die gesamte Dauer der Spiele in Vaterstetten ihre Trainingseinheiten absolvieren, also bis einschließlich Sonntag, 21. August.

Ein Trainingslager im eigentlichen Sinne entstehe aber in Vaterstetten nicht, so Walser, die 1500 Athletinnen und Athleten würden also nicht in der Großgemeinde selbst einquartiert. Auch würden nicht sämtliche der Sportler zur gleichen Zeit in Vaterstetten ihre Disziplinen üben. Stattdessen werden sie sich im Stadion und auf den Plätzen abwechseln, dazu soll es einen stündlichen Shuttle-Bus zwischen den Unterkünften der Sportler in der Landeshauptstadt und ihren Trainingsplätzen in der Großgemeinde geben.

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Vaterstetten wird Mitglied der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern - zunächst aber nur auf Probe.
Erst vor drei Jahren wurde das Stadion saniert
Der Spitzensport ist im Vaterstettener Stadion im Übrigen nicht das erste Mal zu Besuch, auch hochkarätige Wettbewerbe gab es bereits. So wurden dort beispielsweise vor elf Jahren die Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf ausgetragen. Die Leichtathleten der Europameisterschaft sind also in guter Gesellschaft und können sich sogar auf ein so gut wie neues Sportareal freuen. Das Stadion aus dem Jahr 1982 wurde nämlich erst kürzlich umfassend saniert: Zwischen Herbst 2018 und Sommer 2019 wurden dabei unter anderem sämtliche Laufbahnen und sonstigen Leichtathletikanlagen sowie die Allwetterplätze erneuert. Mehr als eine Million Euro hat die Gemeinde damals für die Runderneuerung des Stadions ausgegeben.

Auch ein neues Dach für die Tribüne wurde im Zuge der Sanierung errichtet - dieses allerdings wird für die aktuellen Aktivitäten keine Bedeutung haben. Denn Zuschauer, die man vor zu viel Sonne oder Regen schützen müsste, wird es zumindest auf dem Gelände selbst keine geben. Öffentlich zugänglich ist dieses während der Nutzung als Trainingsstätte nämlich nicht, sowohl das Stadion als auch die Sportplätze werden bis übernächstes Wochenende für den allgemeinen Publikumsverkehr gesperrt sein. Dies geschehe vor allem aus Sicherheitsgründen, erläutert Walser.
Zuschauen ist möglich, aber nur durch den Zaun
Sicherheit für mögliche Zuschauer wohlgemerkt, so Walser weiter, denn die Spitzensportler sollen in Vaterstetten schließlich auch in Disziplinen wie Speerwerfen, Kugelstoßen sowie Hammer- und Diskuswerfen trainieren. Da sei das Risiko eines nicht ganz am geplanten Zielort landenden Sportgeräts dann doch gegeben, weshalb man das Stadion und die Sportplätze den Athleten vorbehalten werde.

Ein bisschen zuschauen könne man aber trotzdem, sagt Walser, allerdings eben nur von außerhalb des eigentlichen Trainingsgeländes, etwa von der Verdistraße aus. Und angesichts der vielen Sportler und vielen Disziplinen scheint für Leichtathletik-Fans die Chance nicht ganz klein, etwas Interessantes zu Gesicht zu bekommen - und vielleicht den einen oder die andere aus der Riege der Top-Athleten bei der Arbeit beobachten zu können.

