Es ist schneller gegangen als ursprünglich gedacht – aber dennoch nicht wirklich schnell. Neun Monate war der Aufzug am Vaterstettener Bahnhof außer Betrieb, seit einigen Tagen funktioniert er jetzt wieder. „Ich freue mich sehr und hoffe, dass jetzt mal eine Weile Ruhe ist“, sagt Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer (CSU) dazu, schließlich seien jetzt sowohl in Baldham als auch in Vaterstetten neue und hoffentlich weniger störungsanfällige Aufzüge installiert. Ursprünglich hatte die Bahn den Abschluss der Bauarbeiten erst für das vierte Quartal 2025 angekündigt.
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In den vergangenen Jahren hatte sich der Vaterstettener Aufzug immer wieder als störungsanfällig gezeigt, im November 2024 war er schließlich stillgelegt worden. Die Ankündigung der Bahn, die Reparatur aber erst im darauffolgenden Frühjahr in Angriff nehmen zu wollen, wurde in der Gemeinde mit einiger Wut zur Kenntnis genommen – schließlich hatte sich gerade erst der Austausch des ebenfalls defekten Aufzugs im Bahnhof Baldham zehn Monate hingezogen. Jens Möllenhoff, Behindertenbeauftragter der Gemeinde, rief deshalb – wie einige Monate vorher in Baldham – erneut zum „Barrierekrawall“. Mehr als 50 Menschen beteiligten sich im Mai an einer Demonstration am S-Bahnhof. „Wir dürfen uns nicht an Barrieren gewöhnen“, rief Möllenhoff dabei, denn sie seien nicht „Unannehmlichkeiten“ sondern „Unannehmbarkeiten“ und verhinderten eine echte Teilhabe am Leben.
Denn die steilen Treppen am Bahnhof machte es für Menschen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind, praktisch unmöglich, die Bahnsteige zu erreichen. Auch Menschen, die nicht gut zu Fuß waren oder schweres Gepäck oder Kinderwagen dabeihatten, waren monatelang auf fremde Hilfe angewiesen, um zu den Gleisen zu kommen.

Vaterstettens Bürgermeister Leonhard Spitzauer begleitet das leidige Thema nach eigenen Angaben schon die gesamte Amtszeit. Aus Gründen, die heute nicht mehr nachvollziehbar seien, habe die Verantwortung für den Vaterstettener Aufzug lange bei der Gemeinde gelegen, obwohl dies überall sonst Sache der Bahn sei. Schon allein diese Änderung der Zuständigkeit sei „sehr langwierig“ gewesen, ebenso wie der anschließende Austausch der beiden Aufzüge. Er sei nun aber sehr froh, dass endlich wieder beide Bahnhöfe in der Gemeinde barrierefrei erreichbar seien, unterstreicht Spitzauer.

