Uraufführung in Zorneding:Schweigendes Quintett

"Still sein - Callarse" von Enjott Schneider ist bei zwei Konzerten des Kulturvereins Zorneding am Sonntag zu hören

Stille zwischen Tönen: Die Uraufführung des Werkes "Still sein - Callarse" von Enjott Schneider, der als einer der einflussreichsten deutschen Filmmusikkomponisten gilt, steht im Zentrum des Abschlusskonzerts im Sommer-Festival des Kulturvereins Zorneding-Baldham am Sonntag, 1. August, im Martinstadl Zorneding. Für das fünfte Konzert dieser spontan organisierten und sehr erfolgreichen Reihe, das von BR-Klassik aufgezeichnet wird, konnte im Schumann Quartett eines der renommiertesten jungen Streichquartette gewonnen werden. In Wolfgang Amadeus Mozarts "Jagdquartett" KV 458 und dem Quartettsatz D 703 des 24-jährigen Franz Schubert stehen zwei Highlights des Repertoires auf dem Programm. Als brillantes Finale erklingt Robert Schumanns beliebtes Klavierquintett op. 44 zusammen mit dem Pianisten und Künstlerischen Leiter des Kulturvereins, Oliver Triendl. Den mit Spannung erwarteten Höhepunkt bildet die Uraufführung des Klavierquintetts "Still sein - Callarse" des in Baldham lebenden Komponisten Enjott Schneider, der 2020 seinen 70. Geburtstag feierte und bis 2012 als Professor an der Musikhochschule in München wirkte.

Im Rahmen seines weltweit aufgeführten Oeuvres entstand im Bereich Musiktheater zuletzt 2017 das Auftragswerk "Marco Polo" in Mandarin für die Opernhäuser Guangzhou und Beijing. Für seine mehrere hundert Filmmusiken, darunter Produktionen wie "Schlafes Bruder", "Stalingrad" und "Stauffenberg", wurde Schneider mit Preisen wie dem Emmy Award (New York) ausgezeichnet und erhielt 2015 beim Festival Sound-Track-Cologne den Preis für sein Lebenswerk. Enjott Schneiders 2020 entstandene Komposition "Still sein - Callarse", deren für November 2020 geplante Uraufführung Pandemie-bedingt verschoben werden musste, ist von einem Gedicht des chilenischen Nobelpreisträgers Pablo Neruda aus dem Jahr 1957 inspiriert - ein eindringlicher Aufruf zur Stille und letztlich ein Friedensappell, über dessen Vertonung der Komponist schreibt: "Es ist eine Einladung, vor allem durch die Rückkehr zur Natur wieder am wesentlichen Sein teilzunehmen. Stille ist als Gegenkonzept zur Welt der Maschinen, zur künstlichen inhumanen Welt und zu Krieg verstanden. [...]Das Schweigen als kreativer Atem, der uns erlaubt, auf eine ganz andere Weise zu existieren: in einer Welt des Respekts und des Miteinanders."

Das Konzertprogramm wird am Sonntag, 1. August, zwei Mal in Zorneding aufgeführt, um 17 Uhr sowie um 19.30 Uhr. Es gibt keine Abendkasse. Ticketanfragen bitte richten an info@kulturverein-zorneding-baldham.de.

© SZ vom 28.07.2021 / sz
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB