Pay Gap Frauen im Landkreis Ebersberg verdienen 13 Prozent weniger als Männer

3256 Euro brutto pro Monat, so viel bekommt ein Mann im Schnitt - Frauen nur 2825 Euro. (Symbolbild)

(Foto: dpa)

Dies liege an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig haben, aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, teilt die Gewerkschaft NGG mit.

Gleiche Arbeit, unterschiedliche Bezahlung: Im Landkreis Ebersberg verdienen Frauen, die in Vollzeit arbeiten, 13 Prozent weniger als Männer. Das geht aus Zahlen hervor, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) anlässlich des Internationalen Frauentags an diesem Freitag vorgelegt hat. Sie bezieht sich dabei auf eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit.

Danach kommen Männer mit einer Vollzeitstelle im Kreis Ebersberg auf ein durchschnittliches Bruttoeinkommen von 3256 Euro pro Monat - Frauen hingegen nur auf 2825 Euro. In Bayern beträgt der Verdienstunterschied bei Vollzeit zwischen den Geschlechtern 17 Prozent (Männer: 3556 Euro, Frauen: 2968 Euro). Dies liege teils an niedrigeren Positionen, die Frauen häufig hätten, insbesondere aber auch an der mangelnden Zahlungsbereitschaft von Unternehmen, so die NGG München.

"Diskriminierung per Lohnzettel"

Gewerkschafterin Christin Stampehl spricht von einer "Diskriminierung per Lohnzettel". Es könne nicht sein, dass Frauen bei der Bezahlung trotz gleicher Arbeitszeit systematisch den Kürzeren zögen, so die NGG-Gewerkschaftssekretärin. "Dabei sind es immer noch vor allem Frauen, die sich nach einem langen Arbeitstag um Familie und Haushalt kümmern - und das unbezahlt." Auch deshalb seien sie oft gezwungen, weniger zu arbeiten.

So sind nach Angaben der Arbeitsagentur aktuell 74 Prozent aller Teilzeitstellen im Landkreis mit Frauen besetzt. "Gerade im Gastgewerbe und im Bäckerhandwerk ist es gang und gäbe, dass sie nur eine halbe Stelle haben - oder noch weniger", kritisiert Stampehl. Allein das Gastgewerbe beschäftigt laut Arbeitsagentur im Ebersberger Raum 1800 Minijobber. 1190 davon sind Frauen.

Die Folgen seien spätestens im Rentenalter "dramatisch", so die NGG. "Wer über Jahrzehnte wenig verdient und etwa wegen Kindern Unterbrechungen im Erwerbsleben hat, der bekommt kaum Rentenpunkte. Das führt dann zu Armutsrenten, die der Staat aufstocken muss", sagt Stampehl. Damit müsse Schluss sein. "Unternehmen, die Frauen und Männer für den gleichen Job unterschiedlich bezahlen, sollten mit Konsequenzen rechnen", fordert Stampehl.

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