Umweltausschuss Hohenlinden:Energische Energiewende

Hohenlinden debattiert angeregt über Umweltfragen

Von Philipp Schmitt, Hohenlinden

Wie können erneuerbare Energien in Hohenlinden künftig noch besser genutzt werden? Der Energie- und Umweltausschuss hat sich bei seiner jüngsten Sitzung mit dieser Grundsatzfrage beschäftigt und Vorschläge für den Gemeinderat erarbeitet. Die Energieagentur Ebersberg hatte untersucht, auf welchen gemeindeeigenen Gebäuden Photovoltaikanlagen geeignet wären. Zudem wurde über die weitere Vorgehensweise für alte PV-Anlagen auf den Dächern des Wendlandhauses und des Bauhofs gesprochen. Einen Empfehlungsbeschluss für den Gemeinderat gab es außerdem darüber, eine Grundsatzentscheidung zum Erlass einer Satzung für PV- und Solarthermieanlagen bei Neubauten zu fassen. Judith Ortenburger hatte dazu einen Antrag im Namen der SPD gestellt.

Bauamtsleiterin Beatrice Huber erläuterte nun die Möglichkeiten der Gemeinde, PV-Anlagen in neuen Baugebieten in der Bauleitplanung zu verankern. Es müsste dabei aber der Grundsatz der Eigentumsfreiheit beachtet werden. Zudem wäre ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates erforderlich, sagte Huber. Theodor Falterer (CSU) war von der Idee, künftig in neuen Bebauungsplänen den Bau von PV-Anlagen auf privaten Hausdächern verbindlich zu verankern, nicht begeistert: "Die Leute die dort bauen wollen, geben doch viel Geld für den Kauf des Grundstücks aus. Es sollte ihnen nicht auch noch beim Bau des Hauses eine Photovoltaikanlage auf dem Dach vorgeschrieben werden." Viktoria Reiser sah es ähnlich, die künftigen Regelungen zur besseren Nutzung erneuerbarer Energiequellen sollten künftig bei neuen Baugebieten "nicht verpflichtend" sein und die Gemeinde "mehr auf Freiwilligkeit setzen". Ihr Vater, Bürgermeister Ludwig Maurer (ÜWH), wies auf die Energiewende bis 2030 hin. Um die ambitionierten Ziele im Landkreis und den Kommunen erreichen zu können, seien Vorgaben erforderlich. "Nur mit Freiwilligkeit werden wir die Ziele nicht schaffen." Dem Gemeindechef zufolge sollte die Gemeinde in der künftigen Bauleitplanung deshalb bei Neubaugebieten im Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien verbindlich "gewisse Spielregeln festlegen".

Neben Photovoltaik müsse grundsätzlich auch über die intensivere Nutzung von Windkraft-Anlagen diskutiert werden. Im Landkreis sei die Diskussion bereits gestartet worden: "Diese Debatte wird auch auf die Gemeinden und auf Hohenlinden zukommen. Wir müssen uns auch mit Windkraft befassen und sehen, wie es in diesem Bereich weiter geht", sagte Maurer.

Ein zweiter SPD-Antrag drehte sich unterdessen um die Ernennung eines Umwelt- und Energiebeauftragten - und wurde im Umweltausschuss abgelehnt. Judith Ortenburger hatte argumentiert, dass ein kompetenter Energiebeauftragter Tempo machen, der Verwaltung Arbeit abnehmen und bei Energiefragen zuarbeiten könnte. Die Bearbeitung energierelevanter Themen im Rathaus sollte beschleunigt werden.

Die Ingenieurin monierte zudem, dass die Realisierung des von ihr mit initiierten Blühflächenkonzepts trotz einiger Anfangserfolge nur schleppend voran komme. Ludwig Maurer teilte diese Meinung dagegen nicht. Bei den Blühflächen sei in den vergangenen Monaten viel erreicht worden. Bauamtsleiterin Huber fügte an, dass Mitarbeiter des Bauhofes viel Zeit für die neuen Blühflächen investiert hätten und weiter einbringen würden, aber der Bauhof eben auch mit anderen wichtigen Arbeiten beschäftigt sei: "Der Bauhof hat neben den Blühflächen auch noch andere Dinge zu tun", sagte Beatrice Huber. Zusammen mit Bürgermeister Maurer appellierte sie an die SPD-Gemeinderätin, sich künftig in Geduld zu üben.

Das ließ Ortenburger jedoch nicht auf sich sitzen. Die SPD mache sich viele Gedanken zu den Themen und die Anträge seien entsprechend durchdacht vorbereitet. Als Ingenieurin traue sie sich auch fundierte Vorschläge zu. Die Anträge der neuen Gemeinderatsmitglieder - von ihr und Martin Huber (Bürgerliche) - sollten ernst genommen werden. "Ich respektiere das", antworte Ludwig Maurer, der aber erneut auf die bereits guten Ergebnisse etwa bei den Blühflächen hinwies. Zum SPD-Vorschlag, künftig in der Gemeinde einen Energieberater einzusetzen, sagte Maurer, dass die Gemeinde dafür wohl zu klein sei und im Rathaus und Gemeinderat kompetente Leute zur Verfügung stünden. Bei Bedarf könne eine externe Beratung von Fachleuten in Anspruch genommen werden. Auch Dritter Bürgermeister forderte eine intensivere Zusammenarbeit mit Experten.

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