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Überschwemmung:Land unter

Überflutung Bahn-Unterführung B304 Südumgehung bei Wiesham

Nicht nur lästig, sondern gefährlich: Eine Frau musste aus ihrem Auto, das in der überfluteten Unterführung stehen geblieben war, befreit werden.

(Foto: Peter Hinz-Rosin)

Nach der Überschwemmung der Bahnunterführung bei Wiesham sehen sich Kritiker der Umgehung bestätigt. Im Staatlichen Bauamt Rosenheim verweist man dagegen auf die Hochwasserstatistik.

Eher für Boote als für Fahrzeuge geeignet war die Ebersberger Südumfahrung in der vergangenen Woche. Für die Ebersberger Grünen, die die Umfahrung von Anfang an kritisiert haben, ein weiterer Beleg für eine Fehlplanung der Trasse. Beim Staatlichen Bauamt Rosenheim macht man dagegen höhere Gewalt für die Überschwemmung der Straße verantwortlich.

Wenige Minuten dauerte es, da war aus einer Straße ein Kanal geworden. Am vergangenen Mittwoch war in kürzester Zeit sowohl die Unterführung unter der B 304 bei Gsprait als auch jene der Bundesstraße unter der Bahnlinie vollgelaufen. In dieser Unterführung nahe Wiesham stand das Wasser metertief, eine Autofahrerin musste aus ihrem Wagen gerettet werden, die Bundesstraße war einen Tag lang gesperrt.

"Fast mutet es wie ein Wunder an, dass alles gerade noch gut ausgegangen ist", schreiben nun Ebersbergs Grüne in einer Pressemeldung. Auf solche Wunder sei jedoch "angesichts des Klimawandels und zunehmender Starkregen aber in Zukunft sicher kein Verlass", so die Vertreter der Ökopartei weiter.

Klimawandel, Starkregen, Planungsfehler

Neben Klimawandel und Starkregen macht man bei den Grünen vor allem Planungsfehler für die Misere verantwortlich. "Wir haben jahrzehntelang vor dieser naturzerstörerischen Trasse gewarnt und brauchbare Alternativen aufgezeigt". Tatsächlich hatten sich die Grünen immer gegen eine Straße durch das Laufinger Moos ausgesprochen und eine ortsnähere Streckenführung gefordert.

Begründet wurde dies - neben dem hohen Flächenverbrauch der weiträumigen Umfahrung - vor allem mit dem schwierigen Untergrund im Moos. Und tatsächlich schienen die Kritiker Recht zu behalten: Die Straße verwandelte sich nur wenige Jahre nach ihrer Eröffnung im Dezember 2010 in eine Buckelpiste - der Untergrund hatte sich abgesenkt. Im vergangenen Sommer musste sogar eine Brücke gesperrt werden, weil sich der Boden so weit verschoben hatte, dass in der Zufahrt große Löcher klafften.

Doch "die Vorfälle der vergangenen Woche" gehen für die Grünen über solche Ärgernisse hinaus. "Diesmal ging es nicht nur um ins Moos versenkte Millionen", so Ortsvorsitzenden Bettina Goldner, schließlich "hätte es beinahe eine Tote gegeben". Die Überflutung müsse "uns daher eine Warnung sein", nun gelte es "Konsequenzen für die Zukunft der Straße zu ziehen".