Über 20 Events in Ebersberg und GrafingNoch breiter und bunter

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Das Ebersberger Jazzfestival findet 2019 zum mittlerweile dritten Mal statt. Geboten werden Konzerte mit internationalen Stars, aber auch jede Menge neue Formate

Von Anja Blum, Ebersberg/Grafing

Randy Brecker, Dave Liebman, Joey DeFrancesco, Pee Wee Ellis, Billy Hart und Andrea Motis, außerdem Scott Hamilton, Marc Copland, Joey Baron, John Marshall und Paulo Morello: Sie alle waren 2019 zu erleben beim bayerischen Landesjazzfestival, zu dem "EBE-Jazz" in diesem Jahr geadelt worden war. Doch die Macher von der "IG Jazz" wollen weit mehr bieten als große Namen, sie wollen einem breiten Publikum die Vielfalt eines Genres nahebringen. Natürlich gab es 2019, bei der dritten Ausgabe, wieder klassischen Jazz, aber eben auch ungewöhnliche Veranstaltungen und solche für Einsteiger. So gab es neben Jam-Sessions und Workshops erstmals ein Musikkabarett, Filmvorstellungen, eine Lesung, einen Brunch mit Tanz, Ausstellungen, einen Vortrag über Minimal Music und ein Musical für Kinder. Insgesamt war das Programm also noch breiter und bunter als 2017.

Das Kirchenkonzert mit zahllosen lokalen Akteuren.
Das Kirchenkonzert mit zahllosen lokalen Akteuren. Christian Endt

Die Bilanz von EBE-Jazz 2019 in Zahlen: Man zählte zwölf Tage mit 21 Events und 27 verschiedenen Acts (wegen Doppelkonzerten) an diversen Spielstätten in Ebersberg und Grafing. Vom Alten Speicher bis zur Stadthalle, vom Café bis zur Kirche, vom Museum bis zur Galerie des Kunstvereins. Insgesamt haben rund 3700 Menschen das Festival besucht, drei Veranstaltungen waren komplett ausverkauft: das Eröffnungskonzert mit der Spanierin Andrea Motis, ein Swing-Brunch mit dem Ebersberger Trompeter Heinz Dauhrer sowie die große "Eigenproduktion" zum Abschluss, die "Sacred Concerts" von Duke Ellington, dargeboten von einer festivaleigenen Bigband und einem ebensolchen Chor.

Ein Quintett aus internationalen "All-Stars".
Ein Quintett aus internationalen "All-Stars". Christian Endt

Dementsprechend verspricht die finanzielle Bilanz sehr gut auszufallen, das "Drei-Säulen-Modell" aus Eintrittsgeldern, öffentlichen Zuschüssen und Sponsoring zu je einem Drittel hat sich bewährt. Zwar sind die Förderanträge noch nicht abschließend bewilligt, doch das Team ist zuversichtlich, es könne sogar sein, dass man dieses Mal ein paar Rücklagen bilden könne. Die Stimmung vor, auf und hinter der Bühne war geprägt von Begeisterung und Zusammenhalt, es wurden wieder neue Jazzfans gefunden und zahlreiche Freundschaften geknüpft. Bereits jetzt gehen bei der IG Jazz täglich Bewerbungen für eine nächste Ausgabe ein. Außerdem durften sich die Macher über reichlich mediale Aufmerksamkeit freuen, auch überregional, etwa durch den Bayerischen Rundfunk oder die Jazz-Zeitung, die einen umfangreichen Festivalrückblick veröffentlichte.

Musikkabarett von Piet Klocke.
Musikkabarett von Piet Klocke. Christian Endt

Für die Verantwortlichen, die den Veranstaltungsmarathon wieder ehrenamtlich gestemmt haben, bedeutet das Festival freilich sehr viel Arbeit, doch angesichts einer überwältigenden positiven Resonanz war schnell die Entscheidung gefallen: EBE-Jazz wird 2021 erneut stattfinden, dann bereits zum vierten Mal. Die bewährte Mischung aus Liebhaberthemen und Mainstream, aus Newcomern und Stars, aus Konzerten und anderen, besonderen Formaten wollen die Macher auf jeden Fall beibehalten. Nur etwas kleiner könnte die Ausgabe 2021 werden, da die fünfstellige Förderung als "Landesjazzfestival" dann leider wegfallen wird.

© SZ vom 31.12.2019 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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