„Mittlerweile werden mir das ganze Jahr über kranke Igel gebracht, die auch in der Pflege immer aufwendiger werden“, schreibt Monika Tanzer von der Igelhilfe Kirchseeon. „Ich habe mich schon immer um Igel gekümmert, aber langsam bin ich am Ende meiner Kräfte.“ Die Betreuung der kranken, verletzten und abgemagerten Tiere beanspruche sie rund um die Uhr, ohne freien Tag oder Urlaub.
Laut dem Bund Naturschutz Ebersberg verursacht die private Igelhilfe zudem erhebliche Kosten für die Ehrenamtlichen und befindet sich in einer rechtlichen Grauzone: Nicht selten gebe es mit Nachbarn und Vermietern große Probleme, bis hin zur Kündigung der Wohnung. Deswegen hätten bereits viele private Pflegestellen im Landkreis den Betrieb wieder eingestellt. Die Zahl der bedürftigen Tiere aber nehme kontinuierlich zu.
Deshalb hat der Ebersberger BN nun eine Petition gestartet: Ziel ist eine zentrale, offizielle Auffangstation für kranke und verletzte Igel. Mit möglichst vielen Unterschriften soll der Landkreis dazu aufgefordert werden, die nötigen Mittel für den Betrieb einer solchen Station bereitzustellen und so für eine strukturelle Entlastung der Ehrenamtlichen zu sorgen. „Eine offizielle Igelauffangstation mit einem hauptamtlichen Kernteam würde es mir ermöglichen, durchzuatmen und weiterzumachen – eben weil ich dann nicht alleine bin“, schreibt Monika Tanzer.
Viel ist bereits geschehen, um den Igeln im Landkreis zu helfen: 2023 trafen sich Ehrenamtliche mit Behördenvertretern, es wurde ein Igelnetzwerk im Landkreis Ebersberg gegründet. Seitdem habe man vielfach Aufklärung betrieben und zahlreiche Päppelstellen sowie Gärten für die Auswilderung gefunden, heißt es vonseiten des BN. Auch Spenden für die Igelhilfe habe man erfolgreich gesammelt.
Doch das alles genüge nicht. „Unseren Igeln geht es so schlecht wie nie zuvor! Sie verhungern direkt vor unseren Augen“, schreibt der BN. Neben Insektensterben und Klimawandel drohten ihnen zusätzliche Gefahren im Straßenverkehr, aber auch durch Mähroboter, Freischneider und anderes Gartengerät. „Die privaten Pflegestellen werden geflutet mit abgemagerten, kranken und verletzten Tieren.“
Nur eine offizielle Auffangstation könne den Niedergang dieser wertvollen, auf der internationalen Roten Liste stehenden Art verhindern, schreibt der BN-Kreisvorsitzende Sepp Biesenberger, verbunden mit der Bitte, die Petition zu unterzeichnen. „Denn nur gemeinsam können wir dem sprachlosen Igel eine Stimme verleihen, die ein unüberhörbares Echo erzeugt.“


