Mit dem Älterwerden ist das ja so eine Sache: Selbst wer versucht, dem Thema möglichst wenig Raum zu geben, wird unweigerlich darauf gestoßen. Vor allem, wenn Teenager im Spiel sind. Dann nämlich spiegelt sich das eigene Alter nicht nur morgens im Bad, sondern immer auch in den frischen Gesichtern des adoleszenten Nachwuchses.
Und da geht es dann mitnichten nur um Zerknittertes und Erschlafftes, nein. Da steht vor allem das eigene Verhalten auf dem Prüfstand – und zwar mit eindeutigem Ergebnis: von vorgestern, mindestens. Wie ungelenk Mama ins Handy tippt – mit nur einem Finger! Welche altmodischen Wörter sie verwendet, „Disco“ zum Beispiel sagt doch kein Mensch mehr. Von Concealer und seiner artgerechten Verwendung hingegen scheint sie noch nie etwas gehört zu haben, genauso wenig wie von den aktuell angesagten Hosenschnitten – extra breit, extra lässig.
Der End-Gegner: eine neue Selbstbedienungskasse im Klamottenladen
Und dann, beim gemeinsamen Stadtbummel, der End-Gegner: eine Selbstbedienungskasse in einem Klamottenladen. Wie zur Hölle soll das denn funktionieren? Spoiler für alle leidgeprüften Teenie-Mamas: einfach alle Kleider auf einmal und unsortiert in die seltsame Vertiefung werfen. Das System scannt sie trotzdem. Panisches Rumdrücken auf dem Touchscreen führt jedenfalls zu nichts.
Ja, natürlich, cool geht anders. Aber muss man deswegen gleich die Augen verdrehen und genervt Ratschläge verteilen? Andererseits: Gehört es nicht auch ganz unbedingt zum Großwerden dazu, die eigenen Eltern ultrapeinlich zu finden? Und ganz im Inneren, im Geheimen, da weht vielleicht ohnehin ein völlig anderer Wind. Als auf der Heimfahrt im Autoradio ein Song einer gewissen Pop-Ikone läuft, da sagt die Tochter plötzlich, dass sie bei Pink immer auch gleich an Captain Marvel denken müsse, die Superheldin, und an die eigene Mama.
Wow. Wer in einer Reihe genannt wird mit solch starken Frauen, der muss doch irgendwie irgendwas richtig gemacht haben. Und sei es nur, den Mut aufgebracht zu haben für einen wirklich flotten Kurzhaarschnitt. Ach Quatsch, nicht flott, sondern fresh. So heißt das heute. Zumindest, wenn man Captain Mama ist.

