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Technischer Ausschuss:Nächster Schritt zum Sonnenstrom

Planung für Photovoltaikanlage bei Oberlaufing wird vorangetrieben

Trotz des erheblichen Widerstands der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt geht es voran mit der Planung für eine 1,2 Hektar große Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Oberlaufing. Die Anlage soll auf einem bisher landwirtschaftlich genutzten Gelände entlang der Bahnstrecke nach Wasserburg entstehen. Der Technische Ausschuss des Ebersberger Stadtrats billigte in seiner jüngsten Sitzung die nötigen Änderungen am Flächennutzungsplan und den geplanten Bebauungsplan. Eine endgültige Entscheidung muss der Stadtrat treffen.

Bereits im November 2019 war das Thema im Stadtrat diskutiert und die nötige Flächennutzungsplanänderung auf den Weg gebracht worden. Zwischenzeitlich wurden die Stellungnahmen von Behörden und anderen Trägern öffentlicher Belange eingeholt. Während die meisten nur geringfügige Anmerkungen zur Planung machten, hält die Untere Naturschutzbehörde mit ihrer Kritik nicht hinterm Berg. Es gebe "erhebliche Einwände und Bedenken", heißt es in der Stellungnahme. Die Anlage stelle einen erheblichen und nachhaltigen Eingriff ins Landschaftsbild dar, zerschneide wertvolle Natur und werde außerdem weithin sichtbar sein. Zwar werde grundsätzlich der Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Hinblick auf den Klimaschutz "ausdrücklich begrüßt", so die Naturschutz-Fachleute des Landratsamts: "Dennoch müssen bei der Planung die Ziele und Grundsätze des Naturschutzes berücksichtigt werden. In diesem Sinne gilt es Flächen zu finden, die sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus naturschutzfachlicher Sicht geeignet erscheinen."

Die Stadt hingegen weist die Vorwürfe in ihrer Abwägung zurück. Die Projektfläche sei ohnehin vorbelastet, sie befinde sich überwiegend im 110 Meter breiten Korridor der Bahnstrecke und neben einer Hochspannungsleitung, die die Landschaft optisch ebenfalls zerschneide. Zudem befänden sich in der Nähe der Fläche, auf der die Anlage geplant ist, Ortschaften oder Gewerbegebiete. Damit die Anlage nicht zu sehr ins Auge fällt, sind außerdem Randeingründungen geplant.

Doch auch nach Überzeugung der Fachleute in der Stadtverwaltung hat die Nutzung der Sonnenenergie an dieser Stelle ihre Grenzen: Eine Vergrößerung der Fläche auf 4,4 Hektar, wie es nun der Antragsteller, das Eberwerk, ins Spiel gebracht hat, wird nicht befürwortet. Eine Vergrößerung des Plangebietes sei zum einen nicht vom Bebauungsplan in der Form gedeckt, wie er nun in die Wege geleitet sei, er entspreche auch nicht der bisherigen politischen Willensbildung, heißt es in der Stellungnahme der Stadtverwaltung zu den neuen Plänen. Hier spielt auch eine Rolle, dass der Ebersberger Stadtrat ein Konzept erstellen lassen will, mit dem der Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlangen gesteuert werden und ein Wildwuchs verhindert werden soll.

Am Ende stimmten alle Ausschussmitglieder der Änderung des Flächennutzungsplans und dem Bebauungsplanentwurf zu, auch wenn Jürgen Friedrichs (Grüne) anmerkte, für seinen Geschmack lasse das Tempo zu wünschen übrig. Der Planer, der das Gesamt-PV-Konzept erstellen soll, soll in der nächsten Sitzung des Ausschusses beauftragt werden.

© SZ vom 21.09.2020 / moo

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